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Barockkirche im Angebot:
Mit 100 000 € sind Sie dabei

15. April 2026

3 - Tradition

Der Blick in den Altarraum zeigt einen prädchtigen reich mit Skulturen geschmückten Hochaltar und zwei Seitenaltäre - allerdings ohne Menso. 
                        Einen unauffälligen

Viel Barock in günstiger Lage preiswert zu haben

Erfurt (ca 200 000 Einwohner) ist die Hauptstadt des Bundeslandes Thüringen und Bischofssitz des gleichnamigen Bistums. Die Stadt hat etwa 10 historische Kir­chen, deren Ursprünge sämtlich auf das 11. Jahr­hun­dert und teilweise noch früher zurückgehen – jede auf ihre Weise Zeugnis einer reichen kirch­­lichen Vergangenheit; auch noch nach der Ein­füh­rung der Reformation 1525. Die Kir­chen­ge­bäude haben den Krieg und die forcierte Säku­larisierungspolitik der DDR halbwegs unbeschadet überstanden – der konfessionell gebundene Bevölkerungsanteil eher weniger gut: Er liegt bei unter 30% – das macht für die ehemals großen Konfessionen zusammengenommen 50 – 60 000. Katholisch Kirchensteuer zahlen davon etwa 15 000 – das läßt nach den üblichen Verhältnissen berechnet sonntags mit um die 700 Messbesuchern rechnen. Zu wenig für sieben Kirchen.

Die Ordensgemeinschaften und wohltätigen Stiftungen, die im Mittelalter Kirchen auch dann unterhielten und im Sinne des Evangeliums nutzten, wo die demographischen Daten das eigentlich nicht hergaben, sind in dem mit der Reformation einsetzenden Säkularisierungsprozess sämtlich verschwunden – und das nicht nur in Erfurt oder der ehemaligen DDR. Wohin also mit den Kirchen? Die das ganze Stadtgebiet umfassende katholische Laurentiusgemeinde, hat aus dieser Situation die vielen Katholiken vertraute Schlußfolgerung gezogen, sich von vier ihrer bislang sieben historischen Kirchen zu trennen: Die Cruciskirche, gegründet im 11. Jh. grandios barockisiert 1735, die kleine romanische Wehrkirche St. Georg, St. Martini aus dem 13. Jh, ebenfalls im 18. Jahr­hun­dert barockisiert und die goti­sche Schottenkirche aus dem 12. bzw. 15.

Die das ganze Stadtgebiet umfassende katholische Laurentiusgemeinde, hat aus dieser Situation die vielen Katholiken vertraute Schlußfolgerung gezogen, sich von vier ihrer bislang sieben historischen Kirchen zu trennen: Die Cruciskirche, gegründet im 11. Jh. grandios barockisiert 1735, die kleine romanische Wehrkirche St. Georg, St. Martini aus dem 13. Jh, ebenfalls im 18. Jahrhundert barockisiert und die goti­sche Schottenkirche aus dem 12. bzw. 15. Jh.

Bis auf die Schottenkirche, die vor einigen Jahren totrestauriert wurde, haben diese Kir­chen zwei Eigenschaften gemeinsam, die sie mit vielen anderen Kirchen der ehemaligen DDR teilen: In den wilden 50er und 60er Jahren, als im Westen viele Kirchen nach dem Zeitgeschmack verschandelt wurden, fehlte in der DDR das Geld für derartige Maßnah­men – und auch nach 1990 mußten die Mittel sparsam eingesetzt werden. Und das zwei­te, vielleicht noch entscheidendere: in den eher südlichen Gebieten Mitteldeutschlands kamen die bilderstürmerischen Ele­mente der Reformation vielerorts gar nicht oder nur sehr begrenzt zur Geltung – die Kirchen, selbst wenn sie zeitweise „reformiert“ waren wie die meisten in Erfurt, blieben großenteils im alten Bilderschmuck erhalten. Selbst bis auf den heutigen Tag evangelisch gebliebene Kirchen sehen dort heute weitaus katho­lischer aus als ihre neukatholischen Gegenstücke anderswo. Im konfessionellen Nebeneinander Erfurts haben daher viele Kirchen ihre frühneuzeitliche Ausstattung weitgehend erhalten – und der Denkmalschutz tat sein Bestes, damit das auch so blieb. Eine Gemeinde der überlieferten Litur­gie könnte diese Kirchen von einem Tag auf den anderen für ihre Got­tesdienste nutzen und die ggf. erforderlichen Anpassungsmaß­nah­men je nach Finanzlage auf einen größeren Zeitraum strecken.

Und damit wird es nun in Erfurt richtig interessant: Für drei der vier Verkaufsobjekte hat die federführende Laurentiusgemeinde Interessenten gefunden, mit denen sie derzeit in Ver­handlungen steht. Ausgerechnet für die – den Bildern im Netz nach – am katholisch­sten aussehende Cruciskirche gibt es auch nach mehrmonatigen Bemühungen keinen po­tentiellen Käufer. Das dürfte seine Gründe haben: möglicherweise stellt der Denkmal­schutz Bedingungen, die eine andere Nutzung denn als Kirche kaum denkbar erschei­nen lassen. Und diese Bedingung könnte eine Traditionalisten-Gemeinde leicht erfüllen. Al­lerdings muß man mit Folgekosten rechnen: bisher unentdeckte Schäden am Dach oder Probleme mit der Heizung, die heftig ins Geld gehen können. Die Eigentümerin tritt daher mit der genannten Verhandlungsbasis von 100 000 € sehr zurückhaltend auf.

Und trotzdem: Das sieht überaus interessant aus. Jetzt braucht es nur noch einen agilen Spenderkreis oder einen kapitalkräftigen Investor, der ein Nutzungskonzept entwickelt und vorlegt, das bei den Eigentümern nicht von vorn­herein alle Klappen fallen läßt – dafür soll es durchaus Beispiele geben. Erfurt mit seiner deutschland-zentralen Lage und einer guten Verkehrsanbindung könnte der Tradi­tion einen wertvollen Stützpunkt bieten – gerade wenn damit zu rechnen ist, daß sich die Bedingen für die glaubenstreuen Ge­mein­den erst einmal weiter verschlechtern wer­den, bevor sie sich wieder einmal verbes­sern können.

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Weitere Informationen zum Thema finden sich in einem Artikel von Dom-Radio.

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