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Heiliger Papst Pius V. — bitte für uns

05. Mai 2026

3 - Tradition

Das Gemälda von Bartolomeo Passarott zeigt den auf seinem Thronsessel mit dem Familienwappen sitzenden hochbetagten Papst Pius V. mit segnend erhobener Hand.

Papst Pius V. – Gemälde von Bartolomeo Passarotti

Heute ist nach dem überlieferten Kalender der Fest­tag des hl. Papstes Pius V., dem die traditions- und lehrtreuen Katholiken in besonderem Maße ein ehrendes Gedächtnis bewahren: Ist es doch zu großen Tei­len seiner Anstrengung zu verdanken, dass der Auftrag des Konzils von Trient zur Wiederherstellung und Sicherung der liturgischen Bücher in einer Weise durchgeführt wurde, die sich über viele Jahrhunderte hinweg als tragfähig erwie­sen hat und auch heute noch erweist.

Der reformierte Kalender hat seinen Feiertag ohne erkenn­baren Grund auf den 30. April verschoben – vielleicht um näher an den 1. Mai als Jahrestag seines Todes (1572) und seiner Heiligsprechung (1672) zu kommen – doch der 1. Mai war bereits anderweitig belegt. Und den Feiertag einfach am angestammten Ort zu belassen, war wohl keine Option: Reform muß sein. Das NO-Messformular des Tages unterstreicht das auf seine eigene verquere Weise: Im einzigen Propriumstext, der einen Bezug zum Tagesheiligen aufweist, dem Tagesgebet, heißt es (zitiert nach Schott-Online):

Es begint ein Zitat

Herr, unser Gott, du hast den heiligen Papst Pius berufen, in deiner Kirche den Glauben zu schützen und die Liturgie zu erneuern.

Das entspricht zwar dem Selbstverständnis der Liturgieerneuerer des Novus Ordo, aber weder dem Selbstverständnis des Papstes Pius V. noch der historischen Wahrheit. Das erste nach der Erfindung des Letterndrucks vervielfältigte Messbuch war 1474 erschie­nen – bis dahin (und vielerorts auch noch Jahre darüber hinaus) wurden alle Bücher und dementsprechend natürlich auch die liturgischen Texte als fehleranfällige Handkopie hergestellt. Und gerade die dem Buchdruck vorangehenden Jahrhunderte waren von Auseinandersetzungen mit diversen inner- und außerkirchlichen „reformatorischen“ Strömungen gekennzeichnet, von denen viele die wahre Lehre von der Eucharistie durch Veränderung oder Streichung von Textpassagen in den Messgebeten bewußt entstellten – und oft genug drangen solche Entstellungen auch mehr oder weniger unbewuß in die für katholische Klöster und Bischofskirchen bestimmten Messbücher ein.

Um diese Verfälschungen zu beseitigen, setzte die Reformkommission von Pius V. bei dem bis ins 13. Jh. zurückgehenden Missale secundum consuetudinem curiae romanae an – nicht eine „Erneuerung“ im Geiste der Zeit, sondern eine „Wiederherstellung“ der von den Irrlehren noch nicht beeinflussten Formen war das Ziel ihrer Arbeit. Dem glei­chen Ziel diente auch die von Pius V. in seiner Promulgationsbulle Quo Primum gewähr­te Erlaubnis, Riten und Bücher, deren Gebrauch über mehr als zweihundert Jahre zu­rück­reichte, auch noch nach Einführung des „wiederhergestellten“ Missales zu ver­wen­den: Diese waren, so nahm man an, von den Ketzereien der vergangenen Jahrhunderte nicht berührt worden.

Das Gedächtnis des hl. Papstes Pius V. ist jedoch noch mit einer weiteren Großtat ver­bun­den: Als Souverän der vatikanischen Staaten und global (im Maßstab der Zeit) den­kender Politiker, war er die treibende Kraft hinter der Konsolidierung des Bündnisses (Heilige Liga) der damaligen Weltmacht Spanien, des Handels- und Finanzgiganten Venedig, und der regionalen Seemacht Genua, die der drohenden Invasion der osmanisch-moslemischen Militärmacht in Süditalien entgegentrat. Hätte diese ihr Ziel: Die Einnahme Roms und die Fortsetzung des Feldzuges nach Norden, erreicht - wer weiß, welchen Verlauf die Geschichte Europas und der Welt dann genommen hätte. Es ist in hohem Maße Pius V. zu verdanken, dass das Staatenbündnis eine Flotte aufbieten konnte, die den moslemischen Invasionsheeren in der Seeschlacht von Lepanto entge­gen­trat und nach hin- und hergehenden Kämpfen unter großen Opfern den Sieg errang.

Die wichtigsten politischen Rahmenbedingungen dieses Sieges haben wir bereits 2018 in einem Artikel zum Jahrestag von Lepanto angesprochen. Die Kollegen von Messa­inlati­no haben in diesem Jahr zum Feiertag von Pius V. einen Beitrag veröffentlicht, der die Rolle einer nur für die moslemischen Invasoren sichtbaren schreckerregenden Marien­erscheinung bei diesem in fast aussichtsloser Lage noch errungenen Sieg herausstellt.

Heiliger Papst Pius, Bewahrer der hl. Liturgie und Retter des christlichen Europa – bitte für uns.

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