Summorum Pontificum.de

Es gibt sie noch, die guten alten Jesuiten —

07. Mai 2026

6 - TraditKirchenkrise

Fr. McTeigue bei der Aufnahme seines Podcasts vor dem Hointergrund seiner Bücherwand - mit zahlreichen eigenen Titeln

Fr. Robert McTeigue vor Mikrophon und Kamera

Und einer davon ist Fr. Robert McTeigue S.J. vom CatholicMedia Network „The Station of the Cross“. Nach langjähriger Tätigkeit als Dozent für Philosophie, Theologie und Rhetorik hat er sich jetzt ganz der Medien­abeit gewidmet – und ein eher kleiner Teil davon ist sein Youtube-Kanal iCatholicRadio, auf dem er mehrmals wöchentlich in wohltuend kurzen Beiträgen Stellung zu aktuellen Zeitgeist-Erscheinungen in der Kirche nimmt. Niemand kann so gekonnt wie er die Stirn in Sorgenfalten legen und voll Kummer fragen wie gestern: „Ist denn überhaupt keiner mehr für Vatikan II“?

Die volle, rückhaltlose und unbedingte Anerkennung dieses größten aller Konzile und der nach seinem Abschluß verkündeten Glaubenswahrheiten, so stellt er dann klar, ist das einzig verblieben und relevante Kennzeichen für die volle Gemeinschaft mit Rom. Es ist daher mit dreifachem Gewicht zu werten, und die bösen Piusse, die es an dieser bedin­gungs­losen Anerkennung fehlen lassen, müssen zu Recht damit rechnen, in den kältesten Kreis der Hölle verbannt zu werden. Dann wird sein Ton, wenn dies denn möglich wäre, noch ein paar dezibel sorgenvoller, und er fragt sich: Aber sind die von der FSSPX denn die einzigen? Gibt es überhaupt noch jemanden, der alle Dokumente dieses Konzils und des ihm folgenden Lehramtes voll anerkennt?

Im folgenden wendet er sich dann der (Nicht-)Rezeptionsgeschichte des drei Jahre nach von 1968) zu, die trotz ihrer vollen Übereinstimmung mit der traditionellen Lehre und den Dokumenten des II. Vatikanums seit ihrer Veröffentlichung von vielen Bischöfen, ganzen Bischofskonferenzen und der Mehrzahl der Theologen abgewertet, abgelehnt und offen zurückgewiesen wird. Explizit führt Fr. McTeigue den Abschnitt 51 von Humanae Vitae an &ndash hier eine ausführliche Exegese dieses Abschnitts von Gero Weishaupt. Das liest sich wie eine Vorwegnahme zentraler Aussagen von Humanae Vitae. In Pastoral und Lebenspraxis lehnt allerdings die überwiegende Mehr­heit der amerikanischen Katholiken Evangelium Vitae und damit auch Abschnitt 51 von Gaudium et Spes ab. Stehen sie damit nicht mehr „in voller Gemeinschaft mit Rom“? Und was hätte dieser Bruch der Gemeinschaft dann zu bedeuten?

Mit solchen und ähnlichen beunruhigenden Fragen entläßt Fr. McTeigue S.J. regelmäßig nach 8 – 10 Minuten seine Hörer, die zum großen Teil vom gutwilligen, aber miserabel katechetisierten Mainstream des US-Katholizismus kommen dürften. No hellfire and brimstone – just food for thought.

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