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Zum Feiertag des heiligen Propheten Elias

20. Juli 2026

1 - Liturgie

Die Abbildung zeigt das Titelblatt des Supplements 'Festa Propria Dioecesis Patriachalis Hierosolymitanae' in der üblichen Gesataltung solcher Ergänzungsbände für das Missale Romanum.

Die Eigenfeste Jerusalems

Der 20. Juli ist nach dem traditionellen Missale Ro­manum der Feiertag des hl. Propheten Elias. Das „Supplementum ad Missale“ der Patriarchal-Diözese Jerusalem enthält dazu ein eigenes Messformular, das wir hier in seinen wesentlichen Teilen wiedergeben:

Der Introitus ist aus dem Buch Maleachi 4, 5-6 genommen: Seht, ich sende euch den Propheten Elias, bevor der große und schreckliche Tag des Herrn anbricht. Er soll das Herz der Väter den Kindern und das Herz der Kinder wieder den Vätern zuwenden. Der Versikel dazu aus Ps. 66, 2: Der Herr erbarme sich unser und segne uns, er lasse sein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig.

Die Oration: Gewähre, wir bitten Dich, allmäch­ti­ger Gott, daß wir, die wir glauben, daß Du Deinen seligen Propheten Elias auf wun­derbare Weise in einem feurigen Wagen zu Dir aufgenommen hast, durch dessen Fürsprache zu den himmlischen Dingen erhoben werden und uns der Gemeinschaft Deiner Heiligen erfreuen. Durch unsern Herrn…

Weitere Orationen – es sind insgesamt sechs - gedenken anderer mit diesem Datum verbundener Heiliger oder Ereignisse ohne unmittelbaren Bezug zum Tagesheiligen.

Die Lesung ist aus dem Buch der Weisheit Kap. 48, 1 – 10; nach der Einheistübersetzung 2016:

Es begint ein Zitat

Da stand Elija auf, ein Prophet wie Feuer, / sein Wort brannte wie eine Fac­kel. 2) Er ließ über sie eine Hungersnot hereinbrechen / und verringerte sie mit seinem Eifer; 3) durch das Wort des Herrn verschloss er den Himmel, / ebenso ließ er dreimal Feuer herabfallen. 4) Wie wurdest du verherrlicht, Elija, durch deine Wunder! / Wer wird sich gleich dir rühmen können? 5) Der einen Verstorbenen auferweckt hat vom Tod / und aus dem Hades durch ein Wort des Höchsten; 6) der Könige in die Vernichtung geführt hat / und Berühmte weg von ihrem Lager; 7) der am Sinai eine Zurechtweisung hört / und am Horeb Urteile der Vergeltung; 8) der Könige salbt zur Vergeltung / und ihm nachfolgende Propheten; 9) der mit einem Wirbelsturm aus Feuer hinweggenommen wurde / in einem Wagen mit feurigen Pferden; 10) der aufgeschrieben ist für Zurechtweisungen für künftige Zeiten, / um den Zorn vor dem Ausbruch zu besänftigen, um das Herz des Vaters dem Sohn zuzuwenden / und um die Stämme Jakobs aufzurichten.

Das Graduale zitiert zunächst die Verse 18 und 19 aus Psalm 144: „Nahe ist der Herr allen, die ihn anrufen, ja wahrhaft allen, die ihn anrufen.“ Der Versikel: „Er erfüllt den Willen derer, die ihn fürchten, er erhört ihr Flehen und bringt ihnen Heil“. Als Alleluja-Vers ein Zitat aus dem 3. Buch der Könige Kap 18. 36-38: Herr unser Gott, wende dich uns heute zu, denn Du bis der Gott Israels und ich bin Dein Diener. Und sogleich fiel das Feuer des Herrn herab und verzehrte das Brandopfer“.

Zum Evangelium werden die Verse 28-36 aus Lukas 9 gelesen, ebenfalls nach der EÜ 2016:

Es begint ein Zitat

„28) Es geschah aber: Etwa acht Tage nach diesen Worten nahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus mit sich und stieg auf einen Berg, um zu beten. 29) Und während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes und sein Gewand wurde leuchtend weiß. 30) Und siehe, es redeten zwei Männer mit ihm. Es waren Mose und Elija; 31) sie erschienen in Herrlichkeit und sprachen von seinem Ende, das er in Jerusalem erfüllen sollte. 32) Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen, wurden jedoch wach und sahen Jesus in strahlendem Licht und die zwei Männer, die bei ihm standen. 33) Und es geschah, als diese sich von ihm trennen wollten, sagte Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, daß wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste aber nicht, was er sagte. 34) Während er noch redete, kam eine Wolke und überschattete sie. Sie aber fürchteten sich, als sie in die Wolke hineingerieten. 35) Da erscholl eine Stimme aus der Wolke: Dieser ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören. 36) Während die Stimme erscholl, fanden sie Jesus allein. Und sie schwiegen und erzählten in jenen Tagen niemandem von dem, was sie gesehen hatten.“

Die Sekrata – auch hiervon sind insgesamt sechs angegeben – nimmt die bereits in der Lesung angesprochene Erinnerung an das auf wunderbare Weise entzündete Opfer des Elias wieder auf: Wir bringen Dir dar, Herr das Opfer Deines Lobes zu Ehren Deines heiligen Propheten Elias; und gewähre uns, so so wie Du bei dessen Brandopfer mitgewirkt hast, auch die Annahme dieses unseres Opfers.. Durch unsern Herrn…

Die Postcommunio kommt ebenfalls in sechsfacher Ausführung: Die erste und auf das Fest des Tagesheiligen direkt bezogene lautet: Gott, Du hast durch den heiligen Engel Deinem seligen Propheten Elias Speise und Trank zukommen lassen, gewähre uns durch dessen Fürsprache, daß wir, die wir am himmlischen Mahle teilhaben, mit aufrichtigem Sinn Dir uneingeschränkt dienen. Durch unsern Herrn...

Solche Texte bieten ein gutes Beispiel dafür, wie die überlieferte Liturgie die großen Gestalten des alten Bundes in ihr gottesdienstliches Beten integriert hat, ohne dabei weitreichende theologische Spekulationen über das Verhältnis von Typus und Antittypus oder von Bruch und Kontinuität anzustellen. Aus der Perspektive der Heilsgeschichte und im sicheren Vertrauen auf Gottes Gnadenhandeln kommt es darauf – wenn über­haupt – erst in zweiter oder dritter Linie an. Für den frommen Sinn reicht die bloße Analogie aus.

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