Der Petersdom schließt seine Tore für die Anhänger der Tradition
24. Oktober 2026
Gerade in Rom: Michael Matt von „The Remnant“
In einem Schreiben an die Organisatoren der Wallfahrt „Summorum Pontificum“ - Ad Petri Sedem hat das Staatssekretariat den Teilnehmern dieser Wallfahrt untersagt, als Prozession in den Petersdom einzuziehen. Zuvor war bereits die Feier eines Hochamtes im überlieferten Ritus verweigert worden. Für die Papstkirche gilt: Wir müssen draußen bleiben.
Die Symbolik des Vorganges ist nicht zu übersehen. Die Kolonnaden Berninis, die den Platz vor der Peterskirche wie ausgestreckte Arme umfangen, wurden lange vor aller Synodalität als architektonischer Ausdruck der Offenheit der Kirche Christi verstanden, die alle ihre Kinder einladen und an ihr Herz, in ihre Einheit mit Christus ziehen will. Unter dem gegenwärtigen Regime gilt diese Offenheit freilich nur noch diesen, die es mit der Einheit nicht so genau nehmen oder ihr offen widerstehen: Anglikanern zum Beispiel, die seit Jahrhunderten ihren König an die Stelle des Petrus-Nachfolgers gesetzt haben, Orthodoxen, die dem Papst schon vor bald einem Jahrtausend den Gehorsam aufgekündigt haben. Aktivisten der Schwulenbewegung konnten letztes Jahr ohne Probleme und mit den Feldzeichen ihrer Bewegung als Prozession in den Petersdom einziehen, obwohl sie den offenem Widerspruch zum göttlichen Gebot propagieren, und vom feierlichen Einzug von Pachamama in Gegenwart von Franziskus wollen wir gar nicht länger reden.
Für alle, alle ist Platz, je weiter von der Kirche entfernt und der Welt zugewandt desto bereitwilliger – nur für die eigenen Kinder, die nichts anderes wollen als da, was ihre Väter zwei Jahrtausende lang getan und geliebt haben, bleiben die Tore verschlossen. Und da können diese Kinder noch so fromm und unterwürfig ihre Bitten vor den päpstlichen Thron tragen – dessen Gnade strahlt nur auf die, die sich dem Wandel der Welt anpassen, und wer sich der Abkehr von dem verschließt, was gestern noch galt, wer an der apostolischen Tradition festhalten will , die neuerungssüchtige und abtrünnige Nachfolger der Apostel längst aufgegeben haben – der wird marginalisiert, schikaniert, und wenn’s den Herren denn so gefällt auch exkommuniziert.
In diesem Zusammenhang ist vielleicht eine kurzer Rückblick auf die Bemerkung des obersten Liturgie-Verwesers Roche in seinem Interview mit AdVaticanum angebracht. Der Prälat hatte darin unter anderem ausgeführt, daß er es für bedenklich, wenn nicht gar unstatthaft halte, wenn Katholiken ausschließlich an der Messe im überlieferten Ritus teilnehmen. In einigen Diözesen wird dieser Meinung ja auch bereits dadurch administrativer Nachdruck verliehen, daß an einzelnen Sonntagen nicht im Vetus Ordo zelebriert werden darf – das Umerziehungsprogramm läuft auf vollen Touren, und die Aussperrung der traditionellen Prozession aus dem Petersdom unterstreicht nur ein weiteres Mal, daß man diese Tradition nur noch mit spitzen Fingern anfassen darf, wenn überhaupt. Wenn der Besuch der Messe im alten Ritus so überaus bedenklich ist, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis diese Bedenken auch auf die Zelebranten dieser Liturgie ausgedehnt werden: Um die Einheit mit dem Papst unter Beweis zu stellen, müßt ihr in den euch anvertrauten Kirchen an jedem dritten Sonntag „im Ritus des Papstes“ zelebrieren. Wenn es denn unbedingt sein muß, auf Latein, und ad Dominum – zumindest solange nichts anderes verfügt wird. Und ohne Kommunionhelferinnen und weibliche Messdiener geht gar nicht – das widerspricht den Geboten von Participatio actuosa und Synodalität.
Und die sind viel wichtiger als alle Gebote vom Sinai und der Predigt Christi – die sind längst veraltet und überholt.
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