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„Wir müssen voranschreiten“ — ohne Rücksicht auf Verluste

17 Juni 2026

6 - Kirchenkrise

Papst Leo beantwortet vor dem Eingang zur Villa Barberin Journalistenfragen

Papst Leo beantwortet Journalistenfragen

Die kurzen Erholungspausen in Castel Gandolfo, die Papst Leo des öfteren nach anstrengenden Arbeitswochen im Vatikan oder zu Staatsbesuchen einlegt, sind eine begrüßenswerte, wenn auch unvollständige Wie­deraufnahme einer Tradition. Unvollständig nicht nur deshalb, weil Leo dort dort in der Villa Barberini Aufenthalt nimmt und nicht in der alten Papstburg – denn dort residiert in Gestalt des ökologischen Bildungszentrums „Borgo Laudato si’“ nach wie vor der Geist seines geliebten Vorgängers Franziskus. Nein, Papst Leo hat auch eine Neuerung eingeführt: Bei der Rückfahrt nach Rom gibt er vor dem Besteigen seines Wagens stets eine improvisierte Pressekonferenz für die Jour­na­listen, die erwartungsvoll den Eingang zur Villa belagern. Meistens mit Gewinn, denn der Papst nutzt diese informelle Gelegenheit gerne für Mitteilungen, die er – oder seine Be­ra­ter – zwar platzieren, aber „nicht allzu hoch hängen“ wollen. Am vergangenen Dienstag (16. Juni) fragte nun einer der Journalisten nach den Aussichten für die weitere Ent­wick­lung des Verhältnisses zur Priesterbruderschaft Pius X., und wie die EWTN-Korres­pon­dentin Hanna Brockhaus auf EWTN-News berichtet, gab Papst Leo darauf folgende Antwort:

Es begint ein Zitat

„Wir haben sie eingeladen, und ich erwäge noch, erneut an sie zu appellieren: ‚Tut das nicht. Lasst uns versuchen, die Gemeinschaft in der Kirche zu leben.‘ Aber die Entscheidung liegt bei ihnen. Sie müssen verstehen, was das für sie und für die Kirche bedeutet“.

Für ihn selbst scheint das kein wirklich schwerwiegendes Problem zu sein, denn er fährt fort:

Es begint ein Zitat

„Gewiss, die Spaltung unter Christen ist immer etwas Schmerzliches“, sagte der Papst. „Aber sie weigern sich, bestimmte grundlegende Elemente der Kirche zu akzeptieren, angefangen bei verschiedenen Punkten des Zweiten Vatikanischen Konzils. Und wenn sie diese Entscheidungen treffen, so bedau­ere ich das. Aber wir müssen voranschreiten.“

In diesem Satz wird das ganze Elend der nachkonziliaren Kirche offenbar, für die die „grundlegenden Elemente“ nicht nur bei „verschiedenen Punkten des zweiten Vati­ka­nischen Konzils“ anfangen — sondern auch damit aufhören. Sie befindet sich anschei­nend auf einem unaufhaltsamen Weg von der katholischen und apostolischen Kirche zur synodalen zu einer zeitgefälligen OrganisNeugestaltung und andere, "vorkonziliare" Elemente des Glaubens sind offenbar aus dieser Sicht weitaus weniger grundlegend. Andernfalls müßten Leo und seine Ratgeber die Aufkündigung der Gemeinschaft und die drohende bzw. bereits eingetretene Spaltung auch im Blick auf andere Gruppierun­gen und deren Wortführer konstatieren.

Etwa beim Blick auf Bischof Bätzing und dessen deutschsynodale Kirche, die sich längst aus der vom Herrn begründeten hierarchischen Ordnung seiner Kirche gelöst hat und anscheinend unaufhaltsam auf dem Weg voran­schreitet, der bereits bei Anglikanern und anderen Protestanten ins Unheil geführt hat.

Oder beim Blick auf die von Kardinal Grech und Erzbischof Paglia angeführte Truppe, die zum Generalangriff auf die seit den Aposteln überlieferte Ehe- und Familienmoral angetreten ist. Von der anscheinend in den höheren Rängen der Kurie weit verbreiteten Pink-Mafia unter ihrem Sprecher Fr. Martin S.J. ganz zu schweigen, der – anders als P. Pagliarini von der Piusbruderschaft – stets direkten Zugang zum Papst hat.

Oder auch beim Blick auf das Treiben des unsäglichen Kardinals Hollerich S.J., der ziel­bewußt auf dem Weg zur Einführung der Frauenordination voranschreitet und dabei die Grundlagen der vom Herrn selbst gestifteten sakramentalen Ordnung der Kirche unter­gräbt.

Nur am Rande erwähnt seien all die kulturellen Trittbrettfahrer des Zeitgeistes, die mit Voodoo-inspirierten Events in Gotteshäusern wie kürzlich in Paris oder einem „queer-inspirierten Kreuzweg“ wie in Linz kräftig daran arbeiten, daß der auf dem zweiten Vati­kanum ausgerufene Weg des Fortschritts geradewegs in den Abgrund führt. Und von den Gottlosigkeit lehrenden „Theologen“ an vielen Fakultäten nicht nur in Deutschland wol­len wir erst gar nicht anfange. Sie alle, so müssen wir nach dem äußeren Anschein anneh­men, stehen in ungefährdeter und voller Gemeinschaft mit dem Papst – nur diejenigen, die mal mit mehr und manchmal vielleicht auch mit weniger Geschick an dem festhalten, was Päpste und Kirche zweitausend Jahre lang geglaubt und gelehrt haben, laufen Ge­fahr, aus dieser Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden? Oder sich selbst auszuschließen – wie die Rechtssprache der excommunicatio latae sententiae behauptet. Und der Grund ihres Ausschlusses ist immer der gleiche: Sie verweigern die Anerkennung bestimmter – übrigens selten konkret benannter Punkte des zweiten Vatikanums – obwohl der mit dem zweiten Vatikanum eingeschlagene Weg erkennbar nicht in die Richtung einer „Erneuerung der Kirche in Christus“ geführt hat, die von der Mehrheit der Konzilsväter angestrebt wurde.

Tut uns leid, das einzuräumen, aber je öfter man uns versichert, „wir müssen auf diesem Weg weiter voranschreiten“, desto größer werden unsere Zweifel daran, daß dieser Weg der von Gott gewollte und in seiner Offenbarung vorgezeichnete ist. Wer trennt sich denn hier von der zweitausendjährigen Gemeinschaft des Glaubens und der Gläubigen? Und wenn Päpste auf diesem Irrweg voranschreiten – umso schlimmer.

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