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Correctio filialis de hæresibus propagatis

Die Correctio Filialis ist inzwischen auch in deutscher Sprache im Netz verfügbar. Eine Zusammenfassung des ganzen Dokuments findet sich im Blog des Kirchfahrters, eine Übersetzung alleine der sieben abgelehnten Thesen auf katholisches.info.

Die Besonderheit des Dokuments der Correctio besteht darin, daß die sieben Thesen so formuliert sind, daß es über ihre Zurückweisung innerhalb der Kirche eigentlich keine Meinungsverschiedenheit geben kann. Die Autoren der Correctio behaupten ausdrücklich nicht, daß diese Thesen in Amoris Laetitia enthalten wären. Sie zeigen sich beunruhigt, daß man diese Thesen aus dem Dokument des Papstes ableiten könne und registrieren, daß es Theologen, Bischöfe und ganze Bischofskonferenzen gibt, die das tatsächlich zu tun scheinen. Sie bitten daher den Papst um eine Klärung, daß er diese sieben irrigen Thesen mißbilligt und eine dahingehende Interpretation seines Lehrschreibens ablehnt.

Eine solche Erklärung wäre demnach möglich, ohne daß der Papst in irgendeiner Weise ein eigenes Fehlverhalten oder gar die Verbreitung von Irrlehren eingestehen müsste – er hätte lediglich klarzustellen: So war es nicht gemeint und so darf es nicht interpretiert werden.

Allerdings deutet nichts darauf hin, daß Papst Franziskus und seine Umgebung bereit sind, diese Klarstellung vorzunehmen. Damit ist zwar nicht der Beweis erbracht, daß sie diese irrigen Ansichten ausdrücklich billigen und sich zu eigen machen. Es wird aber unübersehbar, daß sie dieser Verfälschung des überlieferten Glaubensgutes auch nicht entgegen treten wollen – auch nicht in der Reaktion auf immer drängender an sie herangetragene Anfragen und auf eine immer offenbarer werdende Verwirrung bei vielen Gläubigen.

Damit setzen sie sich zwangsläufig dem Verdacht aus, daß diese Verwirrung das eigentliche Ziel ihres Vorgehens sein könnte. Nichts soll mehr fest sein – alles flexibel und entsprechend den Anforderungen des Augenblicks formbar. Diese Anforderungen werden zwar noch als „pastoral“ bezeichnet, scheinen in Wirklichkeit jedoch von überaus weltlichen Überlegungen bestimmt zu sein. Es geht um die Bewahrung von Macht, politische Macht.

Tatsächlich deuten die bisherigen Reaktionen der bergoglianischen Kreise darauf hin, daß es ihnen um eine grundlegende Neuinterpretation des Papstamtes geht: Auf Inhalte, selbst wenn sie so klar formuliert und herausgestellt sind wie in der correctio filialis, gehen sie in keiner Weise ein, stattdessen reagieren sie als politische Machthaber: Sie beschuldigen die „Abweichler“ der Illoyalität oder gar Majestätsbeleidigung und begründen ihr Schweigen gegenüber inhaltlich höchst substantiellen Anfragen damit, daß die Fragenden ja nur eine kleine unbedeutende Minderheit darstellten. Gleichzeitig setzen sie alle Machtmittel eines autoritären Regimes – Drohungen, Entlassungen, Verleumdungen, Medienkontrolle usw. – ein, um diese Minderheit weiterhin klein zu halten.

Eine wahrhaft beunruhigende und grundstürzende Interpretation des petrinischen Auftrags „Weide meine Lämmer, weide meine Schafe“.

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