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Weihe eines Altars in Chéméré-le-Roi

Bild: Screenshot YoutubeDie Dominikaner der Gemeinschaft von Saint Vincent Ferrier haben im vergangenen September den neuen Altar für ihre Konventskirche in Chéméré-le-Roi (Languedoc) eingeweiht. Die Weihehandlung nahm Bischof Emeritus Alain Castet von Luçon vor, der auch das anschließende Pontifikalamt zelebrierte. Mit dabei waren die Äbte, Priore und Obere zahlreicher traditioneller Klöster und Gemeinschaften in Frankreich, aber auch einiger „reformierter“ Häuser wie z.B. der Abt von Solesmes. Die Begrüßung der anwesenden Gäste dauerte fast 5 Minuten und war schon für sich alleine ein bemerkenswertes Ereignis.

Nun sind schon Altarweihen im überlieferten Ritus eher selten. Die Konsekration in Chéméré-le-Roi war dann aber noch einmal etwas ganz besonderes dadurch, daß es sich bei dem einzuweihenden Altar um eine künstlerisch hochwertige Neuanfertigung nach dem Vorbild gotischer Flügelaltäre handelt, zwei großformatige Tafelbilder auf den Außenflügeln, vier teilweise im Halbrelief ausgeführte Tafeln mit Szenen aus dem Leben Christi und Marias, sechs Statuen und reiches vergoldetes Schnitzwerk inklusive. Ein Bild, das wir vorher noch nie gesehen haben, war die feierliche Öffnung der Flügel des bis dahin geschlossenen Altares nach Ende der Altarweihe und vor Beginn des Pontifikalamtes – im ausführlichen Youtube-Film bei 1h 41min. Die ganze Veranstaltung dauerte nach dem offenbar ungeschnittenen Video auf YouTube dreieinhalb Stunden.

Hier geht es weiterDie Weihe des neuen Altars stellt nicht nur den beteiligten Künstlern und Handwerkern ein großartiges Zeugnis aus. Sie demonstriert auch, daß die gegenwärtig 15 Angehörige zählende Gemeinschaft „auf Wachstum“ programmiert ist und der gute Zustand der Gebäude und vor allem natürlich auch der neue Altar lassen vermuten, daß es freigebige Spender gibt, die die Arbeit und das Gebet der Gemeinschaft von Chéméré-le-Roi nach Kräften unterstützen. Der Besitz einiger Anbauflächen für Wein und die Herstellung gut verkäuflicher Dessertweine zeigen darüber hinaus, daß die Dominikaner der Gemeinschaft des hl. Vincent Ferrier nicht nur in Liturgie, Lehre und Charisma, sondern auch hinsichtlich der Klosterwirtschaft fest in der Tradition verwurzelt sind. Eine bessere Zukunftssicherung ist kaum vorstellbar.

Die Gemeinschaft von Chéméré-le-Roi gehört nicht dem offiziellen Dominikanerorden an, dessen Klöster und Mitglieder sich überwiegend den modernistischen Zeitgeistern ergeben haben und dementsprechend zumindest in Mitteleuropa einem dauernden Schrumpfungsprozess unterliegen. Die Gemeinschaft wurde 1979 von Louis-Marie de Blignières im Zug der nachkonziliaren Wirren gegründet und 1995 im Rahmen der Tätigkeit der damaligen Kommission Ecclesia Dei kanonisch anerkannt. Seitdem arbeitet sie beharrlich und wie man sieht auch erfolgreich daran, das besondere Charisma und die Spiritualität der Dominikaner über die gegenwärtige Kirchenkrise hinweg zu tragen. Hier findet man den  Internetauftritt der Gemeinschaft – alles in französischer Sprache.

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