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Der Mißbrauch dauert an

Bild: Website der Nonnen von Allentown, https://www.carmelite-nuns.com/Allentown_Carmelites_Photos_Community.htmDer Angriff des gegenwärtigen Pontifikats auf die Tradition der Kirche Christi ist umfassend. Die überlieferte Liturgie des hl. Gregor steht schon alleine wegen ihrer Reichweite und ihrer zunehmenden Resonanz bei den Gläubigen im Zentrum. Aber mit kaum geringerer Wut richten sich die Angriffe der Modernisten auf alle anderen Stränge, die die Kirche mit ihrer Vergangenheit verbinden und ihrer Umwandlung in einen global player in der Politik und auf dem Markt der Sinnstiftungangebote im Wege stehen. Veröffentlichungen in den letzten Wochen lenken (s. Links unten) unsere Aufmerksamkeit darauf, daß derzeit die kontemplativen Frauenorden frontal angegriffen werden – zumindest jene Klöster, die wie einige Niederlassungen der Klarissen (gegründet 1012) und der Karmelitinnen (gegründet 1452) ihr ursprüngliches Charisma – eben das der Kontemplation in Weltabgeschiedenheit und Armut – beibehalten oder wiedergewonnen haben.

Hauptakteur bei den aktuellen Attacken ist die Ordenskongregation unter ihrem berüchtigten Präfekten João Braz de Aviz, der 2013 den wegen ihrer partiellen Rückwendung zu überlieferten Liturgie unerträglich gewordenen Franziskanern der Immakulata und 2014 deren weiblichem Zweig mit ausgesuchter Brutalität den Garaus machte. Der selbst auf offiziellen Photos oft einigermaßen derangiert wirkende Brasilianer kann sich bei seinem Vorgehen nicht nur auf enge persönliche Verbindungen zu Papst Franziskus stützen, sondern auch auf von diesem verfaßte oder unterzeichnete (pseudo)lehramtliche Dokumente wie die apostolische Konstitution Vultum dei querere (hier deutsch zum Abruf als PDF) und die sich darauf berufende Instruktion Cor orans (hier ebenfalls deutsch) „über das weibliche kontemplative Leben“. „(Pseudo)lehramtlich“ deshalb, weil Dokumente, die, so sehr sie auch mit frommen Sprüchen und Zitaten der Väter und DES KONZILS verziert sein mögen, aber in wesentlichen Inhalten, Schlußfolgrungen und Konsequenzen der überlieferten Lehre und darauf gegründeten Praxis widersprechen, schwerlich als authentischer Ausdruck des Lehramtes gelten können.

Insbesondere Cor orans mit Vorschriften zur faktischen (kichenrechtlichen) Enteignung und Fremdbestimmung von Konventen Hier geht es weiter wird nun dazu genutzt, Gemeinschaften die Aufnahme neuer Mitglieder – Andrang besteht bei den konservativeren nämlich durchaus – zu erschweren oder gänzlich unmöglich zu machen und sie dann wegen „Überalterung“ oder „ungenügender Mitgliederzahl“ aufzuheben. Die dabei eingesetzten Mittel von Psychoterror und geistigem Mißbrauch lassen erkennen, daß das verbreitete Gerede vom „Kampf gegen den Klerikalismus“ und „Null-Toleranz bei Mißbrauch“ vielfach nur leeres Gerede ist und in einigen Fällen sogar nur ein Schutzschild, hinter dem sich männlicher Chauvinismus und Frauenverachtung hemmungslos austoben – wenn auch meistens nicht als „sexualisierte“, sondern als „spiritualisierte“ Gewalt.

Pikante Note dabei: Da Cor orans dem Vatikan und den Bistümern praktisch unbegrenzten Zugriff auf den Immobilienbesitz aufgehobener Konvente ermöglicht, besteht in manchen Fällen ein ganz besonderer Anreiz, das Aussterben ungeliebter Gemeinschaften zu beschleunigen. Auch in Deutschland soll dieser Anreiz, wie im Zusammenhang mit Kloster Altomünster in der Erzdiözese München gerüchtet wurde, durchaus seine Wirkung entfalten. Insgesamt sollen seit dem Erlass von Cor Orans insbesondere in Italien, aber auch in anderen Ländern, Dutzende, wenn nicht sogar eine dreistellige Zahl, von Konventen aufgelöst worden sein.

Nun muß man nicht die Augen davor verschließen, daß das kontemplative Leben, gerade weil es in so eklatantem Widerspruch zu den Gewohnheiten der Gegenwart steht, auch besonderen Gefährdungen durch Fehlentwicklungen ausgesetzt ist und daher heute möglicherweise einer etwas eingehenderen Fürsorge bedarf als in weniger komplizierten Zeiten. Aber das würde nicht nur für die in Cor orans alleine herausgestellten Frauenorden gelten, deren Zahl freilich die der kontemplativen Männerorden bei weitem übertreffen dürfte und die zu „regulieren“ wohl auch pekuniär attraktiver sein dürfte als bei den männlichen Gemeinschaften. Dennoch ist nicht zu übersehen, daß es tatsächlich eine Vielfalt besonderer Formen weiblicher Spiritualität gibt – und daß die Machthaber des aktuellen Pontifikats mit der in der Kirche traditionellen Vielfalt der Spiritualitäten nicht umgehen können, und mit deren weiblichen Spielarten erst recht nicht. Und so verhält sich die Kirche von Franziskus gegenüber den frommen Frauen der Tradition in einer Weise, die schwerlich anders zu verstehen ist als offen und anscheinend ohne alle Skrupel fortgesetzter geistiger Mißbrauch.

Tatsächlich scheint das gegenwärtige Pontifikat zu Spiritualität überhaupt keinen Zugang zu haben – was über den Horizont der Politik, des medialen Wohlwollens oder von Aktivismus zur Verbesserung der irdischen Verhältnisse hinausgeht, ist überflüssig und wird platt gemacht. Für die kontemplativen Orden der strengen Observanz, deren Mitglieder sich wie oben auf dem Bild die Karmelitinnen von Allentown sogar bei der hl. Messe hinter einem Gitter von der Welt separieren, die ihnen als in dieser Zeit unüberwindliches Jammertal gilt, ist in der NGO-Kirche kein Platz. Und so werden Kraftwerke des Gebetes wegen unerwünschter Auswirkungen auf die Umwelt – so wie sie sich der Geist des Konzils erträumt – eins nach dem anderen abgeschaltet

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