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Tausende beim Pontifikalamt in Washington

Am gestrigen Samstag zelebrierte Erzbischof Alexander Sample von Portland ein feierliches Hochamt zum 10. Jahrestag von Summorum Pontificum in der Basilika des National Shrine von Washington. Das ist eine Kirche mit über 3000 – gestern weitgehend gefüllten – Plätzen, deren Status und symbolische Bedeutung für die USA ungefähr der Kombination von Kölner Dom und Berliner Hedwigskirche entspricht. Die Wahl dieses hervorgehobenen Ortes war auch der Grund, warum der Dankgottesdienst fast ein Jahr nach dem eigentlichen Jahrestag stattfand: Die Veranstalter von der Gesellschaft des Hl. Paulus zur Verbreitung der heiligen Liturgie wollten warten, bis das das große Mosaik in der Dreifaltigkeitskuppel der Basilika fertiggestellt war, das oben abgebildet ist.

Ebenso symbolisch wie die Wahl von Ort und Zeitpunkt war die Auswahl der Offizianten für das Pontifikalamt: Pater Pendergraft von der Petrusbruderschaft amtierte als Diakon, Kanoniker Todd vom Institut Christus König war Subdiakon. Die Zeremoniare kamen von der Petrusbruderschaft, von da kam auch ein Ehrendiakon, der zweite wieder von Christus-König. Als Assistenzpriester am Altar und Subdiakon für das Tragekreuz amtierten zwei Diözesanprister. Das ganze Spektrum der lebendigen Gemeinschaft der überlieferten Liturgie und Lehre in den USA war vertreten.

In seiner Predigt betonte Erzbischof Sample die weit über diese Gemeinschaft hinausgehende Bedeutung der Feier der überlieferten Liturgie für die ganze Kirche. Er warnte vor der weitverbreiteten Versuchung, anzunehmen, die Kirche habe mit dem zweiten Vatikanum einen völligen Neubeginn (er sprach von ‚restart‘) vollzogen, so daß man sich mit dem, was vorher war, insbesondere auch der alten Liturgie, nicht mehr befassen müsse. Er betonte, daß die Kenntnis der überlieferten Liturgie auch für die Katholiken wichtig sei, die normalerweise an der Feier im novus ordo teilnehmen, und verlangte eine Interpretation des letzten Konzils im Sinne einer „Hermeneutik der Kontinuität“.

Der Erzbischof erklärte, die Ideen und Reformen des Konzils nicht zu bestreiten, die Art ihrer Umsetzung hätte jedoch zu vielen Problemen geführt, die der Kirche heute zusetzten. Darunter benante er ausdrücklich er die vielen Mißbräuche, zu denen die Praxis der neuen Liturgie neige. Als besonders positiv an der überlieferten Liturgie hob er die auch gestern in Washington wieder deutlich sichtbare Tatsache hervor, daß diese Liturgie starke Anziehungskraft auf jüngere Menschen ausübt.

Einen ausführlichen Bericht zur Jubiläumsmesse bietet The Remnant. Auf Youtube ist eine über zweistündige Videoaufzeichnung der gesamten Liturgie abrufbar.

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Die Neukatholiken in Deutschland begingen gestern den „Tag der Diakonin“. Was es damit auf sich hat, erklärt Pastoraltheologe Martin Lösch einfühlsam auf katholisch.de.

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