Summorum Pontificum
Monatsthemen 25-09

Tauwetter für die „eingefrorene“ überlieferte Liturgie?

30. September 2025

1 - Liturgie

Das Das Photo zeigt die Elevation der hl. Gestalten im Rahmen eines levitierten Hochamtes am Michaelsalter der Peterskirche.
Hochamt am Michaelsaltar

Zum Hochfest des hl. Erzengels Michael am ver­gan­genen Donnerstag konnte am Micha­els­altar der Peterskirche in Rom ein levitiertes Hochamt im überlieferten Ritus der latei­ni­schen Kirche zelebriert werden. Die Feier war vorher öffentlich nicht in größerem Umfang angekündigt; die Zahl der teilnehmenden Gläu­bigen war ausweislich des hier gezeigten Photos denn auch eher bescheiden. Bisher sind keine Einzelheiten darüber bekannt geworden, wer die Zelebranten der Messe waren und welche Vereinbarungen mit dem „Hausherrn“ der Kirche (derzeit Erzpriester Kardinal Gambetti) die Feier ermöglichte.


Der hl. Erzengel Michael - Streiter für die Wahrheit des Herrn und besonderer Mittler zwischen den Sphären von Himmel und Erde

29. September 2025

1 - Liturgie

Die Ikone im byzantinischen Stil zeigt den Erzengel im Brustbild in einer christusähnlichen Haltung mit einem Botenstab/Szepter in der rechten Hand und einer durchscheinenden Globus-Sphäre in der Linken.
Erzengel Michael als Weltenschützer

Der Erzengel Michael, dessen Fest die Kirche nach dem alten Kalender heute feiert, gehört zu den Gestalten aus der biblischen Überlie­ferung des Alten und des Neuen Testaments, die den Glauben des frommen Volkes stets in besonderer Weise geprägt haben. In aktu­el­len weitgehend entchristlichten „Spiritua­li­täten“ sind die Engel vielfach zu niedlichen Figür­chen aus umweltfreundlichen Materia­lien herabgesunken oder präsentieen sich in bon­bonfarbigen Postkartenbildern.

Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein, die der Katechis­mus in die Worte fasst: „Die Engel sind da seit Erschaffung der Welt; sie künden von ferne oder nahe das Heil an und dienen dem göttlichen Plan, es zu verwirklichen“.


Was von der 39. Woche übrig blieb

27. September 2025

1 - Liturgie

ie Aufnahme aus dem Jahr 2018 zeigt den Erzbischof bei der Zelebration einer NO-Messe am Volksaltar aber mit einer traditionellen Mitra und Messgewand im römischen Stil.
Erzbischof Iannone zelebriert im NO

Das vielleicht folgenreichste Ereignis der heu­te zu Ende gehenden Woche war die gestern bekannt gegebene Ernennung des Kirchen­recht­lers Erzbi­schof Iannone zum neuen Präfekten des Bischofsdika­ste­riums. Das ist Papst Leos erste Neubesetzung an der Spitze eines klassischen „Kirchenministeriums“. Iannone, der bisher dem Dikasterium für die Rechtstexte vorstand, von Franziskus jedoch nicht zum Kardinal ernannt worden war, genießt einen guten Ruf als besonnener und sorgfältiger Arbeiter, der – ohne als ausgewie­sener Konservativer zu gelten – mit Neuerungen vorsichtig umgeht und sich eher an Bewährtes hält.

Weitere Meldungen betreffen Bischofsernennungen, die Aufregung um die von Kardinal Cupich geplante Ehrung eines Abreibungpropagan­disten „für sein Lebenswerk“ und Mutmaßungen über möglicherweise bevorstehende Neuregelungen für die überlieferte Liturgie.


Gefährdet wirklich die überlieferte Liturgie die Einheit der Kirche?

26. September 2025

1 - Liturgie

Nach der Messe posieren die Anglikanerin und der Bischof in aufgekratzter Stimmung für den Photographen.
Bester Laune nach dem Sakrileg

Seit dem Erlaß von Traditionis Custodes und dem dazu gehörenden Begleitbrief an die Bischöfe gilt die Zelebration der hl. Messe im Ritus der hl. Päpste Damasus und Gregor offi­ziell als Gefahr für die Einheit der Geschichte. Seitdem brauchen Bischöfe, die die überlie­ferte Liturgie in ihren Diözesen behindern wollen, ihre entsprechenden Verfügungen nicht mehr zu begründen. Ein „um der Einheit willen“ reicht völlig aus. Doch diese Behaup­tung ist unwahr – und das nicht nur deshalb, weil der von Franziskus behauptete „Mißbrauch“ der überlieferten Liturgie zur „Vergrö­ße­rung der Abstände und Verhärtung der Unterschiede“ in der Praxis so gut wie nirgendwo vorkommt.

Ohne Korrektur dieser Unwahrheit wird es für die Kirche keine Gene­sung geben


Kardinal Müller über moderne Götzenbilder —
II. Teil des Interviews von Diane Montagna

24. September 2025

Allgemein

Projektion des Franziskus-Porträts über dem Petersdom
... und der Geist von Franziskus schwebt über Rom

Der zweite Teil des Interviews von Diane Mon­tagna mit Kardinal Müller behandelt Fragen um das „Welttreffen zur menschlichen Brüderlichkeit“, das im September mit Veran­staltungen in Rom und Castel Gandolfo statt­fand. Die Veranstal­tungsserie – bei der von außen nicht klar erkennbar war, welche Teile direkt vom Vatikan und welche von Auftrag­neh­mern wie Disney gestaltet wurden – orientierte sich generell an den Leit­linien von Franziskus Enzyklika „Fratelli Tutti“ – die ihrerseits ganz wesentlich auf dem Dokument über die „Brüderlichkeit aller Menschen“ von Abu Dhabi 2019 beruht.

Wir übernehmen und übersetzen (mit Google-Translates Hilfe) aus dem Interview den ersten Abschnitt, bei dem es um die Drohnen-Projektion eines gewaltigen Franziskus-Porträts über dem Petersdom geht.


Mehr vom Kampf us-amerikanischer Bischöfe gegen die Tradition

23. September 2025

Allgemein

Bischof Garcia am Schreibtisch vor einem spärlich bestückten Bücherschrank
Bischof Garcia am Schreibtisch in Monterey

Bischof Daniel Garcia, gerade noch Bischof der Diözese Monterey, aber am 18. September (also letzten Donnerstag) als Or­di­nari­us der texanischen Haupt­stadt Austin eingeführt, hat die letzten Tage seiner Amtszeit in Monterey ge­nutzt, um die bisher in einer ein­zigen Pfarr­kirche des Bistums gefeierte überlie­ferte Messe „abzuschaffen“. Mit Schreiben vom 14. September – also schon auf gepackten Koffern sitzend – ließ der Bischof der „Community in Attendance of the Latin Mass in Hollister“ den feierlich gesiegelten und unterschriebenen Erlass zukommen, daß die „vorkonziliare Messe“ dort ab dem 13. Oktober nicht mehr zelebriert werden dürfe.


Was von der 38. Woche übrig blieb

22. September 2025

Allgemein

Der Priester steht in vollem Messornat am Volksaltar, vor ihm Bräutigam und Bräutigam im dunkelblauen Anzug, im Halbkreis die Feiergemeinde.
Formvollendete Trauungs-Simulation

Die links im Bild gezeigte Simulation einer Trauung für ein gleichgeschlechtliches Paar in Bergamo ist nur einer der vielen Punkte aus der vergan­ge­nen Woche, die wir hier un­kom­mentiert ste­hen lassen mußten. Weitere waren diverse Erwartungen, Mißverständnisse und Zwei­deu­tigkeit um Papst Leo, ein Islamisten-Überfall auf ein christliches Dorf in Afrika mit über 100 Toten und das unaufhörliche Bemü­hen kaum noch dem Namen nach katholischer Irrlichter wie Andrea Grillo und Andreas Püttmann, sich mit möglichst dämlichen Beiträgen um öffentliche Auf­merksamkeit zu bemühen.


Kardinal Müller über Wokeismus, Deutschland und den Islam

20. September 2025

6 Kirchenkrise

Brustbild des Kardinals als Ausschnitt aus einem Photo von 2017
Kardinal Gerhard-Ludwig Müller, 2017

Diane Montagne hat in dieser Woche ein aus­führliches Interview mit Kardinal Müller ge­führt, das sie auf ihrem Substack in zwei Folgen veröffentlicht. Ausgangspunkt des Ge­sprächs waren die in der Folge der Ermordung Charlie Kirks sichtbar gewordenen Verwer­fungen der politischen Kultur in Nordamerika und Westeuropa, andere Themen waren das mit einer Demonstration im Petersdom ge­fei­erte „Jubiläum“ sowie die Situation der Kirche in Deutschland.

Wir haben den darauf bezüglichen Teil des Interviews ohne weitere Kürzungen übrsetzt.


Papst Leo äußert sich im Interview zu liturgischen Fragen

19. September 2025

1 - Liturgie

Brustbild in weißer Soutane mit silbernem Bischofskreuz, offenbar aufgenommen vor dem Hintergrund der Skulptur in der großen Audienzaula
Papst Leo in der Audienzaula

Die amerikanische Journalistin Elise Ann Allen (Crux), die derzeit im Rahmen der Vor­bereitung einer Prevost-Biographie mehrere Gespräche mit Papst Leo führt, hat den Papst in diesem Zusammenhang auch auf die über­lieferte Liturgie angesprochen.

Wir haben Frage und Antwort zu diesem Punkt nach der englischen Wiedergabe von Teilen des Gesprächs auf Crux übersetzt. Der dort gebotene Text stellt offensichtlich noch eine redi­gierbedürftige Rohfassung dar, so daß wir hier vorläufig auf eine eigene Kommentierung verzichten.


Sommer-Augaben von UNA-Voce-Korrespondenz und „Dominus Vobiscum“

18. September 2025

7 - Bibliothek

Die Montage zeigt die Umschlaggestaltung beider Zeitschriften. Die UVK imklassischen Rot mit der Titelei, „Dominus Vobuscum“ eine frühneuzeitliche Darstellung des Konzils von Nikäa in pseudo-byzantinishem Stil
Von Nikäa 325 nach Rom 2025

Gegen Ende der Sommerpause trafen hier ziemlich gleichzeitig Nr. 30 von „Dominus Vobiscum“ und Heft 2/2025 der Una-Voce-Korrespondenz ein. Wir stellen beide Hefte kurz vor und nennen Bezugsquellen.

Die UNA-Voce-Korrespondenz bringt in 48 Texten eine umfangreiche Dokumentation der frühen Publikationen zu dieser von den meisten Beobachtern nicht erwartete Wahl. Die Aus­ga­be von „Dominus Vobiscum“ präsentiert eine um­fangreiche Doku­men­ta­tion der Abläufe um das verhängnisvolle Motu Proprio Traditionis Custodes von Papst Franziskus und eine ausführliche Darstellung von Michel Fiedrowicz zu Verlauf und Bedeutung des Konzils von Nizäa.


Quatembertage im Herbst

17 September 2025

1 - Liturgie

Blick in den zur Konzilsaula umgerüsteten Petersdom mit den Galerien für die über 2000 teilnehmenden Bischöfe
Das II. Vatikanum versammelt die Bischöfe der Welt.

Mittwoch, Freitag und Samstag der Woche nach dem Fest Kreuzer­hö­hung sind im überlieferten Missale die Quatembertage des Herbstes, deren Liturgien teilweise weit ins „vortridentinische“ Mittelalter zurück­reichen. Da wir das Thema bereits in vergangenen Jahren ausführlich behandelt haben, verweisen wir gerne auf zwei unserer Beiträge aus dem vergangenen Jahr:

Außerdem auf eine Artikelreihe von Fr. John Hunwicke, die wir bereits 2023 zusammengestellt und übersetzt hatten.

In diesem Jahr können wir die Linksammlung um einen aktuellen Artikel von Gregory Dipippo erweitern, der Wissenswertes über die englische Bezeichnung dieser Tage als „Ember Days“ zu sagen hat sowie einen Quatember-Hymnus aus der Tradition von Sarum mitteilt und kommentiert.


Vatikanum II: Der ausgerufene Frühling
hat nicht stattgefunden

16. September 2025

6 - Kirchenkrise

Blick in den zur Konzilsaula umgerüsteten Petersdom mit den Galerien für die über 2000 teilnehmenden Bischöfe
Das II. Vatikanum versammelt die Bischöfe der Welt.

Es hilft nichts: Wir müssen über das II. Vatikanische Konzil sprechen, immer und immer wieder. Es ist nicht die Wur­zel all der Übel, die die Kirche heute zu­grunde zu richten drohen – aber es mar­kiert den Punkt in der Geschichte, an dem eine Kirche, die mit der modernen Zeit nicht mehr zurecht kam, ihren erst wenige Jahre zuvor bekräftigten Anspruch relativierte, „Mater et Magistra“ der Welt zu sein und sich statt dessen auf den Weg machte, deren willige Schülerin zu werden. Ge­lernt hat sie dabei wenig, gebracht hat es ihr noch weniger, den erhofften „neuen Frühling“ am wenigsten.

Wir bringen dazu einen Artikel aus dem Blog von Weihbischof Marian Eleganti.


Zur 37. Woche III – Römisches

15. September 2025

6 - Kirchenkrise

Das Bild zeigt den nächtlich dunklen Petersplatz mit der Veranstaltung und über dem Petersdom von hunderten Leucht-Drohnen dargestellt das gütig herballächelnde Gesicht eines überirdischen Franziskus
Ein Schock in der Abendstunde

Machen wir uns nichts vor: Die mei­sten Nach­richten aus Rom, die der­zeit an die Öffentlich­keit dringen, sind ärgerlich – und viele davon sind noch schlechter. Von außen ist schwer zu erkennen, ob die alte Mannschaft von Franzis­kus im Panikmodus ist und noch schnell ver­sucht, einige ihrer katastrophalen „Errungen­schaften“ unumkehrbar zu machen – oder ob sie bereits sicher sind, daß alles weitergeht, wie bisher, und sie nun ihre alten Ziele mit neuer Kraft weiterverfolgen können.

Eine beunruhigende und hoffentlich grundlose Vorstellung.


Zur 37. Woche II - Liturgisches

14. September 2025

1 - Liturgie

Kardinal Schoenborn und ein Offiziant im Mesgewand ziehen mit Luftballons in der Hand zum Gottesdienst ein
Endlich volkstümlich - Feierlicher Einzug mit Kardinal Schönborn

Es ist nun auch schon fast 25 Jahre her, daß Martins Mosebachs „Häresie der Formlosigkeit“ über die brutale Einführung der Liturgiereform in der Kirche erschienen ist. Mosebach erkannte darin einen als „Reform“ getarnten Umsturz, der in Wirklichkeit nichts anderes war als ein Bestandteil der großen Kulturrevolution, die ab Mit­te der 60er Jahre Rom, Paris, Berkeley und Berlin erschüt­ter­te. Nicht zu vergessen den unmittelbaren Auslöser oder Zündfunken in Peking, die „Große Proletarische Kultur­revolution“ Mao Tse-Tungs, die das Motto „Nieder mit dem schlechten Alten, freie Bahn dem Neuen“ zum nicht mehr hinterfragbaren Glaubensbekenntnis jedes „neuen Früh­lings“ machte.


Zur 37. Woche I - Charlie Kirk

13. September 2025

Allgemein

Porträtphoto von Charlie Kirk als Redner
Charlie Kirk als Redner

Hierzulande (unsereins eingeschlossen), ist der Name „Charlie Kirk“ bis zum Tag seiner Ermor­dung durch einen linksradikalen Attentäter am 10. September weitgehend unbekannt gewesen. In den USA war das anders – dort galt Kirk (32) als die wirkungsvollste Stim­me der jungen Generation bzw. deren immer stärker werdenden Teils, der sich von der linksgrünen Staats­ideo­logie der vergreisenden Wokisten nicht mehr länger täu­schen lassen will. Das hört sich zunächst weitaus politischer an, als es „Summorum-Pontificum“ gut tun könn­te - ist es aber nur begrenzt. Weit über den politischen Bereich hat das Thema enorme Bedeu­tung für alle konservativen Kräfte, auch in der Kirche.


Bischof Schneider zu einer „Rück-Reform“ des Novus Ordo

10. September 2025

Allgemein

Aufnahme des Bischofs mit hoher Mitra und Bischofsstab bei der Predigt
Bischof Schneider 2017 in St. Afra, Berlin

Das Gespräch mit Bischof Schneide (hier zum Video), über das wir am 6. 9. berichte haben, behandelt im wesentlichen drei Themenbereiche:

Zuerst die Frage der Liturgie, des Ritus des Heiligen Messopfers, der durch die gescheiterte Reform von Bugninis Consilium an den Rand der Zerstörung gebracht worden ist.
Zum zweiten eine scharfe Kritik an den von Papst Franziskus eingesetzten und von Papst Leo bislang fast ausnahmslos übernommenen Inhabern von Spitzen­po­sitionen in der Kurie.
>Zum Dritten eine ebenso scharfe Kritik an der glaubensfeindlichen Haltung der Mehrheitsfraktion der deutschen Bischöfe.


Der Zölibat: unverzichtbar und unaufhebbar

08. September 2025

A6 - Kirchenkrise

Halbporträts der beiden Kardinäle. Der dunkelhäutige Afrikaner Sarah in weißer Kardinalsrobe, Kardinal Stickler in großer roter Robe mit Schleppe
Die Kardinäle Sarah und Stickler

Wo der katholische Glaube schwindet, da schwin­det zuallererst immer auch die Akzeptanz der Priester und des Zölibats; wer sich von Chri­stus entfernt, der entfernt sich ganz zwangsläufig auch vom Verständnis der Lebensweise, die ER uns vorgelebt hat. Die „Ehelosigkeit um des Himmelreichs willen“ (Mt 19,12) erscheint dann nur nur noch als überkommenes Beiwerk, nicht mehr als ein Kernmotiv des Evangeliums und der Verkündigung der Apostel (1. Kor 7,7). Als bloßes „Gesetz“ sei der Zölibat demnach längst Makulatur; zwar sei er dem Priestertum „angemessen“, aber im Grunde ein museales Relikt. Stattdessen sollen verheiratete Priester her.

Die Kardinäle Sarah und Stickler sagen, was dazuzu sagen ist.


Bischof A. Schneider verlangt und begründet die Rehabilitierung der überlieferten Liturgie und umfassende Personalveränderungen in Rom.

06. September 2025

6 - Kirchenkrise

Bischof Schneider beim Interview
Weihbischof Dr. Athanasius Schneider im Interview mit Gloria-TV

In einem 45-minütigen Interview mit Gloria-TV übt Bischof Schneider scharfe Kritik an der anhaltenden und sogar verschärften Anwendung der widerrechtlichen Vorschriften von Papst Franziskus zum praktischen Verbot der überlieferten Liturgie und fordert umfassende Personalreformen an der Kurie, damit die von Papst Leo signalisierte Rückbindung der Kirche an ihre zweitausendjährige bindende Tradition auch in der Realität umgesetzt werden kann.


Die Revolution und ihre Hausmeister

05. September 2025

Von Darrick Tayler

6 - Kirchenkrise

Eine Gruppe jugendlicher Kämpfer um Fidel Castro im kubanischen Tropenwald
Als die alten Revolutionäre noch jung waren

Im Crisis-Magazine zeichnet der Historiker Darrick Taylor ein deprimierendes Bild von den heutigen Konkursverwaltern der gestrigen Kirchenrevolutionäre, die heute Bischofsstühle besetzen und statt des versprochenen „Neuen Frühlings“ eine bürokratische Eiszeit hervorgebracht haben. Und zieht ein vernichtendes Fazit: „Hier geht es nicht um eine gepflegte Debatte unter Gentlemen, die durch Gesten der Demut und der Nächstenliebe zu einem Ergebnis gebracht werden kann. Die Kirche ist gespalten zwischen Leuten, die längst aufgehört haben irgendetwas zu glauben, das katholisch wäre, und jenen, die immer noch daran festhalten“.


Sie werden Newman für ihre Irrlehren einspannen

04. September 2025

T.S. Flanders

6 - Kirchenkrise

Screenshot der Seite mit dem Artikel von T.S. Flanders vom 5. August
Hellsichtig wie meistens

Die Ankündigung der Erhebung des hl. John Henry Newman zum Kirchenlehrer hat in der Kirche ein starkes Echo ausgelöst: Zu Recht. Kaum einer der großen Lehrer, die den orthodoxen Glauben der Kirche verteidigten, steht uns Heutigen näher als der englische Konvertit. Unter Mißdeutung dieser Nähe wird er freilich auch gerne von Leuten in Anspruch genommen, die den rechten Glauben bekämpfen.

Timothy Flanders hat in seinem hier übersetzten Artikel eher skizzenhaft eines der Hauptinstrumente dieser Verfälschungen angesprochen.


Darum bleibt die Reformliturgie unfruchtbar –
Interview von R. Arroyo mit Kardinal Burke

03. September 2025

1 - Liturgie

Der Screenshot vom Interview zeigt im Zusammenschnitt links den Journalisten Arroyo und rechts Kardinal Burke;
Das Interview im TeleCom, nicht im Studio

Im Gespräch mit dem TV-Journalisten Raimond Arroyo hat Kardinal Burke im August eine der verständlichsten Darstellungen des Wertes und der Tiefe der liturgischen Tradition entwickelt, die auf begrenztem Raum (Video 24 Minuten, unsere Übersetzung 7 Seiten) zu haben sind. (Link)

In seiner Gesprächsform ist der Text nicht leicht zu übersetzen, in einigen Passagen mußten wir auf den Versuch einer Inhaltsangabe zurückfallen. Sollten sich dabei Mißverständnisse eingestellt haben, gehen die jedenfalls nicht zu Lasten des Kardinals.


Ist Leo XIV. Papst einer Übergangsphase?

02. September 2025

Von Abbé Claude Barth

6 - Kirchenkrise

Porträtphoto von Abbé Claude Barthe aus dem Jahr 2012
Abbé Claude Barthe

Abbé Claude Barthe ist seit vielen Jahren „Feldkaplan“ der Traditionswallfahrt Paris-Chartres und begleite als Publizist die Tradition mit weitsichtigen Analysen. Seine hier übersetzte Einschätzung der Aussichten des neuen Pontifikats, zuerst erschienen bei Res Novae, enthält eine scharfsinnige Darstellung der Einflüsse und Ansichten, die den neuen Papst geformt und ins Amt gebracht haben, und der Kraftfelder, die ihn heute umgeben.

Dabei entwickelt der Autor Gedanken, die alle Verteidiger der Tradition in ihre Überlegungen darüber einbeziehen sollten, was von Papst Leo zu erwarten oder nicht zu erwarten ist und welche Auswirkungen das auf ihr Vorgehen in der kommenden Zeit haben kann..


Zum Ende der Ferienzeit in Castell Gandolfo und anderswo

01. September 2025

6 - Kirchenkrise, Kirchenpolitik

Das Bild zeigt einen Ausschnitt der Gärten von Castell Gandolfo - links einen einfachen (fast) naturnahen Rasen - rechts eine komplizierte barocke Heckenkomposition. Ganz rechts Mauerreste eines Papastes von Kaiser Domitian.
In den Gärten von Castell Gandolfo

Wie versprochen, können wir uns pünktlich zum Beginn des Sep­tem­bers wieder aus der Sommerpause zurückmelden. In Deutschland sind in den meisten Bundesländern unsere Leser wieder mit frischen Kräften aus den Ferien zurück, und in Rom nimmt die Kurie nach dem oft unerträglich heißen August wieder ihre Alltagsarbeit auf. Wirklich viel Amtliches hat sich dort in den ver­gangenen Wochen nicht getan – das meiste war die Abwicklung von Programmpunkten, Terminen und leider auch Bischofsernennungen, die wohl großenteils noch unter dem vorhergehenden Pontifikat eingeleitet und beschlossen worden waren. „Harte“ Infor­ma­tionen darüber, wie Leo das unter Franziskus heftig ins Schlingern gerate Schiff Petri wieder in ruhigere Gewässer steuern will, waren nicht darunter.

Umso heftiger war die Flut der Vermutungen, Gerüchte und Fake-News, die unter Beru­fung auf „römische Quellen“ in den letzten Wochen die Nachrichtenkanäle des Internets und anderer Medien überschwemmte. Wir versuchen einen Überblick.

 

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