Offener Brief von Weihbischof Mutsaerts
an Papst Leo
17. August 2026
Wir unterbrechen unsere Sommerpause, um den offenen Brief zur Synodalität von Weihbischof Mutsarts an den Papst wiederzugeben. Der Brief wurde am 14. August in Niederländisch und Englisch veröffentlicht und ist bis jetzt soweit wir sehen nicht in deutscher Sprache erschienen. Er enthält die unserer Kenntnis nach theologisch fundierteste und gleichzeitig im Tonfall katholischste Kritik am Prinzip der Synodalität. Wir haben ihn daher mit Hilfe von Deepl übersetzt und hier vollständig nachveröffentlicht.
Sommerpause 2026
23. Juli 2026
Mit einer Woche Verspätung gegenüber dem ursprünglichen Plan beginnen wir heute unsere Sommerpause. Die Aktualitäten der letzten Wochen haben uns heftig zugesetzt, und es ist nur zu hoffen, daß der Strom der Nachrichten etwas dünner wird. Uns jedenfalls reicht es. Wir wünschen allen unseren Lesern einen erholsamen Urlaub, eine gute Zeit und Gottes Segen auf allen Wegen, wohin sie auch führen mögen.
H.-L. Barth über das 2. Vatikanische Konzil und die Verdunklung der Kirche
22. Juli 2026
Im Grunde ist die gegenwärtige Kirchenkrise ein Kampf gegen die Vernunft und um die Wahrheit – und das auf allen Ebenen. Nichts kann der Vernunft so gut helfen, die Wahrheit zu erkennen oder ihr immerhin näher zu kommen, als ein solider Fundus an Fakten, die man den kursierenden Fake-News und Fehlinterpretationen entgegensetzen kann. Und genau an dieser Stelle kommen Publikationen wie das soeben veröffentlichte Buch von Heinz-Lothar Barth „Verdunklung der Kirche“ über das 2. vatikanische Konzil ins Spiel. Dieses Buch bietet eine Fülle von Fakten – sowohl Belege für Ereignisse, die gerne unter den Tisch gekehrt werden, als auch Belege in der Literatur, von modernen Dokumenten bis aus der Zeit der Kirchenväter – die geeignet sind, einiges Licht in das Dunkel zu bringen.
Joseph Ratzinger – der Prophet, der nicht Recht haben wollte
21. Juli 2026
In den Diskussionen um die Priesterweihen der FSSPX am 1. Juli dieses Jahres findet auch eine Rede, die der damalige Präfekt der Glaubenskongregation Ratzinger am 13. Juli 1988 – das war genau 13 Tage nach der damaligen Priesterweihe durch Erzbischof Lefebvre – vor den chilenischen Bischöfen in Santiago gehalten hat, wieder große Aufmerksamkeit; zumindest in Auszügen und in englischer Sprache. Wir haben die vollständige Rede mit einigem Suchen – auf der Website des Vatikans mit den Reden früherer Glaubenspräfekten ist sie inzwischen verschwunden – in einer inoffiziellen Übersetzung aus dem Spanischen auf dem „Portal zur katholischen Glaubenswelt“ ausfindig gemacht und zitieren hier zwei Abschnitte zur Einschätzung des II. Vatikanischen Konzils.
Zum Feiertag des heiligen Propheten Elias
20. Juli 2026
Der 20. Juli ist nach dem traditionellen Missale Romanum der Feiertag des hl. Propheten Elias. Das „Supplementum ad Missale“ der Patriarchal-Diözese Jerusalem enthält dazu ein eigenes Messformular, das wir in unserem Beitrag in wesentlichen Teilen wiedergeben.
Solche Texte bieten ein gutes Beispiel dafür, wie die überlieferte Liturgie die großen Gestalten des alten Bundes in ihr gottesdienstliches Beten integriert hat, ohne dabei weitreichende theologische Spekulationen über das Verhältnis von Typus und Antittypus oder von Bruch und Kontinuität anzustellen. Aus der Perspektive der Heilsgeschichte und im sicheren Vertrauen auf Gottes Gnadenhandeln kommt es darauf – wenn überhaupt – erst in zweiter oder dritter Linie an. Für den frommen Sinn reicht die bloße Analogie aus.
Kann die Errichtung einer „Rituskirche“ den liturgischen Frieden bringen?
17. Juli 2026
Auf den ersten Blick erscheint die von C. Marquant wieder ins Gespräch gebrachte Errichtung einer eigenen Rituskirche für die „Tridentiner“ durchaus einen gangbaren Ausweg aus dem seit nun sechs Jahrzehnten andauernden Ritenstreit in der römischen Kirche zu bieten. Beim zweiten Hinschauen treten Probleme in den Vordergrund. An erster Stelle dabei steht die nicht unbegründete Vermutung, daß unter dem gegenwärtigen Kirchenregimen Rom in keiner Weise zu einem Friedensschluss bereit ist. Aus Sicht derer, die eine neue und andere Kirche wollen, ist die alte Liturgie einer der stärksten Anker, die das Schiff Petri noch an seiner Vergangenheit festhalten – diese Verbindung soll unter allen Umständen gekappt werden.
Kardinal Burke äußert schwere Bedenken gegen synodale Verfahren und fordert Rückkehr zu Summorum Pontificum
16. Juli 2026
In einem Interview für die Website „The College of Cardinals Report“ hat Kardinal Raymond Burke unmittelbar nach Abschluß der Veranstaltung schwere Bedenken gegen die Art der Durchführung des letzten Kardinalskonsistoriums (26-27. Juni) geäußert: „Dieser Synodalismus muß aufhören.“ Außerdem äußerte sich der Kardinal zur Notwendigkeit einer Rehabilitierung der überlieferten Liturgie. Dabei fiel uns besonders auf, daß er die Zugänglichkeit der traditionellen Formen nicht nur für gelegentliche Sonntagsmessen, sondern für alle Sakramente gesichert sehen will, und daß er die Anhänger der Tradition gegen den pauschalen Vorwurf schismatischer Neigungen in Schutz nahm.
„Ich schweige nicht“ – P. Joachim Heimerl von Heimthal zur gegenwärtigen Kirchenkrise
15. Juli 2026
Giuseppe Nardi von katholisches.info hat dieser Tage ein ausführliches Interview mit P. Joachim Heimerl geführt, in dem der zur Zeit als Frühpensionist in München lebende österreichische Priester Auskunft zu einigen Erscheinungen der aktuellen Kirchenkrise und seinem persönlichen Umgang damit gibt. Wir haben daraus einige aussagekräftige Abschnitte zusammengestellt, können jedoch unseren Lesern sehr empfehlen, auch das ganze Interview auf katholisches.info zur Kenntnis zu nehmen.
Ist die Zeit für einen Friedensschluß im Krieg der Liturgien gekommen?
13. Juli 2026
Christian Marquant vom traditionsorientierten französischen Magazin Paix Liturgique hat dort, wie es dem Namen und Motto dieser Publikation entspricht, am 9. Juli unter dem Titel „Rom – Écône: Nach dem Krieg – Verhandlungen über einen liturgischen Frieden?“ einen Beitrag veröffentlicht, den wir hier mit geringfügigen Kürzungen übersetzt veröffentlichen. Sein Vorschlag läuft darauf hinaus, sich am Beispiel der in Gemeinschaft mit Rom stehenden „unierten“ Kirchen des Ostens zu orientieren.
Plötzlich rufen alle nach einer
„Lateinischen Messe“
11. Juli 2026
Kaum war der römische Donnerschlag der Exkommunikationen verhallt, begann unter gemeinhin als mehr oder weniger konservativ geltenden Prälaten ein Gemurmel, das letztlich darauf hinaus lief, die „lateinische Messe“ zumindest teilweise von den ihr unter Traditionis Custodes auferlegten Fesseln zu befreien. Der Zeitpunkt erscheint uns nicht sehr glücklich – in der aktuellen Situation klingt das doch sehr nach einer konzertierten Aktion: Niemand muß mehr zu den bösen Piussen gehen, wenn er eine „lateinische Messe“ auch in einer Kirche des Bistums haben kann? Zumal die Forderung zumeist mit der Bedingung daher kam, das Angebot gelte nur für diejenigen, die ihre Treue zum 2. Vatikanischen Konzil in seiner Gesamtheit bekundeten und die sich von der „spalterischen Ideologie“ der Piusbruderschaft“ distanzierten.
Glückwunsch und Segen des Papstes für die neugeweihten Bischöfe der Piusbruderschaft
Nach einer authentischen Vorlage für den Umgang mit „nicht in vollständiger Einheit stehenden“
Gemeinschaften.
09. Juli 2026
„Ich weiß, daß das Amt, zu dem Sie berufen wurden, eine schwere Verantwortung mit sich bringt – nicht nur für Ihre Bruderschaft, sondern für die gesamte Kirche. Zudem treten Sie dieses Amt in einer Zeit großer Herausforderungen an. Indem ich den Herrn bitte, Sie mit der Gabe der Weisheit zu stärken, bete ich darum, daß Sie sich in Ihrem Dienst vom Heiligen Geist leiten lassen und aus dem Beispiel Marias, der Mutter Gottes, Inspiration schöpfen mögen...“
Die kroatische Gemeinde Sydney feierte ein Hochamt im alten Ritus und in glagolitischer Sprache
08. Juli 2026
Am 1. Juli, dem Fest des hochheilgen Blutes, feierte die katholische Gemeinschaft der Kroaten im australischen Sydney ein Hochamt nach dem traditionellen Missale in glagolitischer Sprache – das ist eine der vielen Varianten des Kirchenslavischen. Deshalb wird für diese Sonderform des römischen Ritus gelegentlich auch die Bezeichnung „glagolitischer Ritus“ verwandt. Das ist insoweit etwas irreführend, als der Ritus selbst vollständig dem römischen Gebrauch entspricht; nur in den Melodien der Gregorianik gibt es einige Varianten, die aber mehr dem Mailänder Vorbild zu entsprechen scheinen als der deutlich anders klingenden Singweise der Byzantiner.
Die Exkommunikation der Piusbruderschaft ist keine Frage des Kirchenrechts, sondern der künftigen Entwicklung der Kirche überhaupt
07. Juli 2026
An dem beliebten Ratespiel: „Welcher Paragraph des Kirchenrechtes sagt was zu den Schismatisierungen und wer ist betroffen“ wollen und können wir uns nicht be teiligen. Erstens, weil wir von den wenigsten der 1725 Canones jemals auch nur von Ferne gehört haben, und zum zweiten, weil die beiden letzten Pontifikate uns die eine und einzige Hauptregel des Kirchenrechtes genügsam vor Augen geführt haben: Der Papst steht über dem Gesetz, sein Handeln hat auch dann Gesetzeskraft, wenn es dem Wortlaut eines der Canones widerspricht, und es ist noch nicht einmal nötig, daß er diesen Wortlaut tatsächlich entsprechend ändert – obwohl das zumindest von einigen Rechtsgelehrten als der bessere Stil betrachtet wird.
Von Gehorsam ohne Inhalt, verbotenen Bischofsweihen und der Einführung des Modernisteneides
02. Juli 2026
Die erwartete Flut von Wortmeldungen zu den Bischofsweihen der Piusbruderschaft und deren prompter Schismatisierung ist angerollt, und schon jetzt zeichnet sich ab, daß dabei einige Gedanken und Argumente zu Tage gefördert worden sind, die uns sehr hilfreich sein werden bei dem Versuch, die aktuelle Kirchenkrise, den gegenwärtigen Notstand, um mit der Bruderschaft zu sprechen, besser zu verstehen. Überwinden können werden wir ihn aus eigener Kraft wohl nicht. Tatsächlich können wir bis jetzt noch nicht einmal das Wesen dieses Notstandes genau beschreiben und Verstehen. Aber die aktuelle Diskussion um die Bischofsweihen hat genau diese Frage immer wieder berührt, und auf einen der dazu gehörigen Aspekte wollen wir daher etwas ausführlicher eingehen.
Rom verhängt den Kirchenbann gegen die Piusbruderschaft
02. Juli 2026
Wie von vielen erwartet – von den meisten befürchtet und von anderen erhofft – hat Papst Leos Mann für's Grobe am Tag nach der Weihe der vier Bischöfe für die Pisubruderschaft ein umfangreiches Exkommunikationspaket verkündet. Unter den zuvor diskutierten Alternativen bietet es die härteste Variante: Die vier Neugeweihten und ihre Konsekratoren gelten als „Schismatiker“ und seien daher „latae sententiae“ exkommuniziert, die gleiche Maßregelung gelte auch für die geweihten Amtsträger – also wohl für sämtliche Priester der an der Tradition festhaltenden Gemeinschaft.