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Rupert von Deutz zum Advent

Bild: Raymond, Wikimedia commonsEs beginnt ein langes ZitatDie Zeit, die der Gedächtnisfeier der Geburt des Herrn vorangeht, wird deshalb Advent genannt, weil ihre kirchliche Ordnung ganz auf die Betrachtung der Ankunft des Herrn hin eingerichtet worden ist.

Wiewohl der Herr überall ist mit der unsichtbaren Gegenwart seiner Majestät, wird aber zu Recht gesagt, daß er ankommt, da er durch die Annahme dessen, was sichtbar ist an uns, sich den Augen des Fleisches als Sichtbarer gezeigt hat. Dies ist damals geschehen, als das Wort, durch das alles geworden ist, – er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt hat ihn nicht erkannt –, Fleisch geworden ist, so daß er sichtbar unter uns gewohnt hat. Und das wird auf gleiche Weise in der Zukunft geschehen, wenn der, der jetzt zur Rechten Gottes sitzt und weit entfernt ist von uns, wiewohl er bei uns ist bis zur Vollendung der Welt, sich wiederum in leiblicher Gegenwart zeigen wird am Ende der Welt, wobei er nicht eine andere Gestalt annehmen, sondern uns die darbieten wird, die er ein für alle mal angenommen hat, wie er auch selbst gesagt hat: Wir werden den Menschensohn auf den Wolken des Himmels kommen sehen mit großer Macht und Herrlichkeit.

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Advent, Katechon und Antichrist

Bild: Wikimedia commons; Unter den Einflüsterungen der SchlangeDie frohe Erwartung des Festes, an dem wir die vor zweitausend Jahren stattgefundene Ankunft des Erlösers unter den Menschen feiern, bildet ja nur einen Teil der Festgedanken dieser vier Wochen vor Weihnachten, die stets in der Gefahr stehen, in eine sentimentales „wir warten auf das Christkind“ abzugleiten. Den anderen Teil – daran lassen die Schriftlesungen des letzten Sonntags im Kirchenjahr (Matth. 24) und des ersten Adventssonntages (Lukas 21) selbst keinen Zweifel – bildet die bange Erwartung des Tages der Wiederkunft Christi als Weltenrichter. Die Jünger Christi rechneten mit diesem Tag zunächst noch für die Zeit ihres irdischen Lebens. Schon früh haben sie jedoch erkannt, daß die mit der Geburt in Bethlehem begonnenen „letzten Tage“ ein ganzes Zeitalter uns unbekannter Dauer umfassen. Von der Wiederkunft christi wissen wir nur, daß sie sich nicht wie einst in Bethlehem unbeachtet in einem bescheidenen Stall vollziehen wird, sondern „wie der Blitz, der aufleuchtet im Sonnenaufgang und die Welt erhellt bis zum Untergang“ (Matthäus 24, 27) die ganze Schöpfung in ihren Bann ziehen wird, die Lebenden ebenso wie die Toten.

Von daher war die Adventszeit seit den frühen Tagen der Kirche nicht nur frohe Erwartung, sondern auch Zeit des Schuldbekenntnisses und der Buße zur Vorbereitung auf das „letzte Gericht“.

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St. Basilius ermutigt Bischof Strickland

Bild: Wikimedia commons, gemeinfrei

Den unten wiedergegebenen Brief richtete der Kirchenvater Basilius im Jahr 376 an eine Gruppe von den Arianern verfolgter und vertriebener Mönche:

Es beginnt ein langes ZitatWas ich bei mir selber sagte, als ich von der Verfolgung hörte, die von den Feinden Gottes über Euch heraufbeschworen worden, das glaube ich auch in einem Schreiben Euch mitteilen zu sollen, daß Ihr nämlich in einer vermeintlich friedlichen Zeit euch die Seligkeit erworben habt, die denen hinterlegt ist, welche um des Namens Christi willen Verfolgung leiden. Man darf ja nicht glauben, daß deswegen, weil die Übeltäter einen wohlklingenden und empfehlenden Titel tragen, nun ihre Handlungen keine feindlichen wären. Ich halte den Krieg von Seiten der Stammverwandten für grausamer, weil man sich vor erklärten Feinden leichter in Acht nehmen kann, während man bei denen, die mit uns zusamenleben, notwendig jeder Unbill ausgesetzt ist, was auch Ihr erfahren habt.

Unsere Väter wurden ja auch verfolgt, aber von Götzendienern: ihr Vermögen wurde geraubt, ihre Häuser wurden zerstört, sie selbst vertrieben – (aber) von denen, die uns offen wegen des Namens Christi befehdeten. Die aber jetzt als unsere Verfolger auftreten, hassten uns zwar ebensosehr wie jene, schützen aber zur Täuschung des Volkes den Namen Christi vor, damit die Verfolgten nicht einmal den mit dem Bekenntnis verbundenen Trost hätten: Das Volk und die gewöhnlichen Leute würden nämlich wohl zugeben, daß uns Unrecht geschehe, würden aber unsern Tod für die Wahrheit nicht als Martyrium betrachten.

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SantoSanti statt Halloween

Bild von der erwähnten Website.Seit Wochen, wenn nicht Monaten, kann man durch keine Einkaufspassage gehen, ohne in den Schaufenstern aller Branchen von Halloween-Kostümen angekreischt oder visuell erschreckt zu werden. Manches sieht schon recht dämonisch aus – aber wenn es Geld bringt und den Kiddies Spaß macht, ist alles erlaubt. Sagt auch der Porno-Shop, und der Automat für für garantiert sterile Stoff-Spritzen ist auch gerade um die Ecke.

Halloween hat eine wechselhafte Geschichte. Die Wurzeln mögen keltisch oder pseudo-keltisch sein – d.h. Erfindungen des „Celtic-Revival“ in der Spätromantik. Leichter nachzuzeichnen ist ein Zweig katholischer Tradition, der den Namen der Sache auf All Hallow’s Eve, den Vorabend von Allerheiligen zurückführt. Da verband sich das Gedenken der Heiligen katholisch-zwanglos mit dem Gedanken und der Fürbitte an die vielleicht nicht ganz so heiligen verstorbenen eigenen Familienmitglieder. Ihnen sagte man in manchen Gegenden bis in die Neuzeit nach, an diesem und anderen geeigneten Tagen ihre noch lebenden Verwandten heimzusuchen und sie um ihr Gebet für die „armen Seelen“ zu bitten. Keine wirklich katholische Vorstellung – aber im Volksglauben fast aller Völker auf allen Kontinenten in der einen oder anderen Form anzutreffen und daher auch von der Kirche zwar nicht akzeptiert oder gar gebilligt, aber doch mit unterdrückter Mißbilligung hingenommen.

In den letzten Jahrzehnten hat sich Halloween zunächst unter dem Druck kommerzieller Interessen und dann auch im Gefolge der gewaltig anschwellenden esoterischen, okkulten und neuerdings immer satanistischer auftretenden Gruppierungen enorm ausgebreitet – siehe oben. Und längst gibt es auch in ehedem „katholischen“ Gemeindezentren unter Anleitung beflissener Pastoralassistentinnen Halloween-Veranstaltung, wo man 7-jährigen Graf Draculas und 9-Jährigen Hexenweibern in Masse begegnen kann – von den vielen bluttriefenden Geköpften oder ekligen Halbverwesten ganz zu schweigen. So werden die lieben Kleinen schon früh in die Wertewelt der Gesellschaft eingeführt...

Wie kriegt man die Seuche wieder los? Der österreichische Missio-Nationaldirektor Karl Wallner hat nun den Vorschlag gemacht oder besser gesagt aufgenommen, einen christlichen Kontrapunkt zu den Horror-Veranstaltungen zu setzen.

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Ein neuer Katechismus mit altem Credo

Bild: Aus dem Katalog des VerlagsAm 26. Oktober hat Weihbischof Schneider in Rom eine Neuveröffentlichung vorgestellt, die auf der Wunschliste vieler glaubenstreuer Katholiken gestanden haben dürfte. Der Titel sagt schon viel: Credo Compendium of the Catholic Faith – abgekürzt CCC – und der Inhalt verspricht, das einzulösen, wovon viele reden, ohne es wirklich zu können oder zu wollen: Die Lehre und den Glauben der katholischen Kirche, so, wie er vom Evangelium und den Aposteln überliefert und seither vertieft verstanden worden ist, ohne Abstriche, Unklarheiten und Zweideutigkeiten in der Gegenwart zu verkünden und zu erklären. In einer Gegenwart, die, soweit der „Wertewesten“ reicht (und leider anderswo auch), diesem Glauben gegenüber zunehmend feindlich auftritt, weil sie es nicht ertragen kann, irgend etwas anzuerkennen, das der Mensch nicht selbst gemacht oder seiner Willkür unterworfen hat.

Wie weit der Bischof diese Aufgabe gemeistert hat, der sich die Mehrheit seiner Amtsbrüder und die Kirchenführung bis hin zum Papst einschließlich ja offensichtlich nicht gewachsen fühlen, werden wir dann sehen, wenn wir das Buch in der Hand haben. Bis dahin wollen wir kurz über die Frage nachdenken: Ja darf der das denn? Kann ein einfacher Bischof, ein Weihbisch gar nur, eine Art „Konkurrenzprodukt“ oder „Korrekturprojekt“ zum CCC Catechism of the Catholic Church herausbringen?

Um das zu beantworten, muß man klar sehen, was ein Katechismus, was der Katechismus der Kirche, denn eigentlich ist. Der Katechismus ist nach Name und Ursprung das Lehrbuch der Glaubensunterweisung. Er faßt im Prinzip all das zusammen, was den „Katechumenen“ vor der Taufe zu erklären war, damit sie ein christliches Leben führen konnten. Daran hat sich auch nach Einführung der Kindertaufe nichts geändert: Im Katechismusunterricht lernten die Kinder, sobald sie eine Schule besuchen konnten, genau das gleiche.

Von daher ist der Katechismus von Anfang an und war es bis zum aktuellen Pontifikat ein Sammelwerk der seit jeher geltenden und von allen anerkannten Lehre der Kirche.

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  • Stationskirchen

    Die römischen Stationskirchen

    Kupferstich von Giusepppe Lauro aus dem Jahr 1599

    In der Fastenzeit 2013 haben wir zu jedem Tag die entsprechende Stationskirche kurz vorgestellt. Damit sind zwar alle gegenwärtigen Stationskirchen erfasst, aber nicht alle Tage mit einer Statio, von denen es auch etliche außerhalb der Fastenzeit gibt.

    Bei der Vorstellung der Stationskirchen orientierten wir uns im wesentlichen an „Die Stationskirchen des Missale Romanum“ von Johann Peter Kirch, Freiburg 1926. Zu Ergänzungen haben wir Hartmann Grisar „Das Missale im Licht römischer Stadtgeschichte“, Freiburg 1925, und Anton de Waals „Roma Sacra - Die ewige Stadt“ von 1905 in der Überarbeitung Johann Peter Kirchs von 1925 (Regensburg 1933) herangezogen. Daneben haben wir auch auf Informationen aus Internetquellen zurückgegriffen. Die Illustrationen stammen, soweit nicht anders angegeben, von eigenen Aufnahmen.

    Wie der gegenwertige Nachfolger de Waals und Kirchs als Direktor des römischen Instituts der Görres-Gesellschaft, Prof. Msgr. Stefan Heid, uns mitteilte ist diese älter Literatur insbesondere in Sachen der Datierungen vielfach überholt. Nach seinen Untersuchungen geht die Institution der Stationes nicht wesentlich vor die Zeit Gregors d. Großen zurück. Was natürlich nicht bedeutet, daß die Stationskirchen bzw. deren Vorgängerbauten nicht wesentlich älter sein können.

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