Summorum Pontificum

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Dom Guéranger (1805 - 1875) zu früheren Reformen in der Liturgie

17. Juni 2024

Porträt als modernere Umzeichnung einer zeitgenössischen Photographie.
Prosper-Louis-Pascal Guéranger

„Das Kirchenjahr“ (Bd. 11, S. 69 – 71) von Dom Guéranger enthält im Kapitel zum 4. Sonntag nach Pfingsten und damit an einer Stelle, wo wir derlei nicht gesucht hätten, einen bemerkenswerten Rückblick auf ein früheres Stadium liturgischer Reformen. Dabei zeigt sich, daß es in dieser Zeit – konkret geht es im Beispiel um die 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts – offenbar ein höher entwickeltes Verständnis für das Verhältnis von Reform und Kontinuität gab, als es die Brutalreformer der Reformkommission von Paul VI. besaßen.

Das alleine garantiert zwar noch keine erfolgreiche Umsetzung der Reformen - aber es kann doch vor größeren Schäden bewahren.


„Vatikan will Papstamt downgraden um Ökumene zu fördern“

15. Juni 2024

Der Buchumschlag zeigt den Oberteil der (anscheinend unbesetzten) päpstlichen Kathedra im Lateran und den Buchtitel
Umschlaggestaltung der Broschüre

Unter dieser Überschrift berichtet der Bayrische Rundfunk über das neueste Produkt aus der kurialen Dokumenten­fabrik, und uns scheint, daß er damit Geist und Inhalt dieses „Studienpapiers“ nicht schlecht getroffen hat. Was nun wirklich in den 146 Seiten des vorerst nur auf Italienisch, Französisch und Englisch erschienene Textes steht, wird sich wohl erst in eingehenderen Untersuchungen herausfinden lassen. Das Dokument ist wie unter Franziskus üblich stellenweise in höchst ambivalenter Sprache abgefasst und scheut auch nicht vor eklatanten Widersprüchen zurück.

Wir zitieren erste Bewertungen aus aus einer Stellungnahme von Bischof Marian Eleganti.


Zum Festtag des hl. Antonius am 13. Juni

13. Juni 2024

Das Ölgemälde zeigt den hl. Antonius in der Granziskanerkutte wie er in seiner Vision das Jesuskind auf dem Arm hält.
Die Vision des hl. Antonius

Der hl. Antonius, dessen Fest die Kirche heute feiert, gehörte lange und teilweise auch heute noch zu den bekanntesten und beliebtesten Heiligen der Kirche. Und zu den schwierig­sten, den seine Beliebtheit hat dazu geführt, daß die Geschichte seines seine Lebens und Wirkens so sehr von Wunderberichten, from­men Legenden und kaum glaub­lichen Anek­doten überkrustet ist, daß es außerordent­lich schwer fällt, den „harten Kern“ hinter all dem auszumachen.

Solche Legenden entstehen nicht ohne Ursache und sie zeugen davon, daß die Person, um die sie sich bilden, etwas hatten, das ihre Zeit­genos­sen in außerordentlicher Weise beeindruckt hat. Bei Antonius war das eine ungewöhnliche Fähigkeit zum Predigen. Selbst die Fische reckten ihre Köpfe aus dem Wasser, wenn sie seine Stimme hörten.


Kommt es bei den Thomaschristen Indiens zu einem Schisma?

11. Juni 2024

Das Photo zeigt einen Versammlungssaal, in dem zahlreiche an der weißen Soutane kenntliche Priester und Laien dem Vortrag eines Redners zuhören.
Protestversammlung gegen den Einheitsritus

Die syro-malabarische Kirche im west­indi­schen Bundesstaat Kerala steht vor einer neuen Runde in der Auseinander­setzung über die Zelebrationsrichtung, und einiges deutet darauf hin daß es die letzte Runde sein könnte: Danach bleibt nur noch das Schisma.

In einem ungewöhnlich scharf formulierten Schreiben haben Groß-Erzbischof Raphael Thattil als Haupt der Rituskirche und und Bischof Bosco Puthi, der Apostolische Admi­nistrator der Erzdiözese von Ernakulam-Angamaly, Klerus und Gläubigen der Diözese ein Ultimatum bis zum 3. Juli – dem Fest des. Hl. Thomas – gestellt, um den von einer Synode beschlossenen und vom Vatikan approbierten „Einheitsritus“ zu praktizieren. Nach diesem Termin sollen alle Priester und Laien, die nicht dem „Einheitsritus“ folgen, der Exkommunikation verfallen.


Die deutsche Kirchensteuer – ein andauernder Skandal

08. Juni 2024

Das Gemälde aus dem 16. Jahrhundert zeigt zwei Männer bei der Buchführung. Der eine vom Txp „Schlitzohr“ greift nach den vor ihm liegenden Münzen, der ander vom Typ „pedantischer Bürokrat“ macht Eintragungen im Kassabuch.
Bürokrat und Schlitzohr - so geht Kirchensteuer

Die Kirche in Deutschland – oder das, was noch von ihr übrig ist, oder noch genauer: Die Gruppe der Radikalrefor­mer, die alle Macht an sich gerissen hat – macht, was sie will. Und das hat immer weniger mit dem gemeinsam, was der Kirche als Erbe und Auftrag anvertraut ist. Kein Wunder, daß bei denen, die sich von alledem überfahren und ausgegrenzt sehen, die Debatte nicht abreißt, wie man sich zumindest der Finanzierung des anscheinend unaufhaltsam in die Apostasie führenden Kurses entziehen könnte. Und das ist gar nicht so leicht: Wer nicht zahlen will, kann lediglich vor dem Standesamt den „Kirchenaustritt“ erklären. Damit gilt er faktisch als „exkommuniziert“ – und die Häretiker und Schismatiker gehören weiterhin zum Verein, solange sie nur ihre Steuern zahlen.

P. Joachim Heimerl, im Machbereich von Münchens Kardinal Marx wohnhaft und durch dessen radikalen Verweltlichungskurs besonders betroffen, neigt zu einem ebenso radikalen Kontra.


Und immer wieder die Frage: Ist der Papst
noch katholisch?

06. Juni 2024

DDie Montage von LifesiteNews zeigt im Hintergrund eine Aufnahme vom Treffen und im Vordergrund Franziskus vor einer Fahne der LGBT-Bewegung
Wo der Papst zuhört

Die im Ton für einen Papst unpassende Bemerkung von Franziskus über „zuviel Schwuchtelei an italienischen Priester­seminaren“ ließ kurzfristig die Hoffnung aufkommen, daß der Pontifix die katho­lische Lehre gegenüber den Tendenzen zur Geschlechterverwirrung wieder stärker zur Geltung bringen würde. Doch die Erwartungen waren grundlos. Mit einer Reihe von freundlichen Gesten gegenüber der LGBT+++-Bewe­gung und einer Reihe von höchst problematischen Personalentschei­dungen macht Franziskus deutlich, daß hier von ihm kein Richtungswechsel zu erwarten ist. Eher das Gegenteil: Befestigung des Kurses auch über das Ende des Pontifikats hinaus.


Joseph Shaw zu den Überlegungen zur Errichtung eines Ordinariats

04. Juni 2024

Joseph Shaw als Vortragender bei einer Veranstaltung der Latin-Mass Society
Joseph Shaw

Die Überlegungen von P. De Blignières zur Errichtung eines Ordinariats für die Ge­meinden und Gemeinschaften des überlieferten Ritus (1. 6. 2024) haben Joseph Shaw von der Latin Mass Society von England und Wales zu einer Weiter­führung veranlaßt, die jetzt bei OnePeterFive veröffentlicht worden ist. Zwar ist die angespro­chene Frage derzeit nicht wirklich aktuell – die Beschäftigung damit bietet jedoch reichlich Anlaß zur Selbstvergewis­serung der Tradition über ihre Stellung in der Kirche und die Position der Kirche in der Gegenwart überhaupt.


Priesterweihen für die Petrusbruderschaft in Nordamerika und Europa

01. Juni 2024

Das Photo zeigt den Moment, in dem Erzbischof Prendergast in der Kathedrale von Omaha einem der Kandidaten die Hände auflegt
Erzbischof Prendergast bei der Weihe in Omah

Am Donnerstag, dem 29. 5., wurden in der Cecilia-Kathedrale von Omaha, Nebraska, 11 neue Priester für die Petrusbruderschaft in Nordamerika geweiht. Die Weihen erteilte der emeritierte Erzbischof von Ottawa, Terrence Prendergast – wir bringen Ausschnitte aus seiner Predigt und verlinken Bildberichte und ein Video zum Ereignis.

Die Reihe der Priesterweihen bei der FSSP wird am 15. Juni fortgesetzt, wenn Erzbischof Haas von Vaduz in Lindenberg 8 Seminaristen des internationalen Priesterseminars St. Petrus in Wigratzbad zu Priestern weihen wird. Unter den Kandidaten sind in diesem Jahr auch drei aus Deutschland: Korbinian Mendler aus Bayern, Francesco Serve aus dem Umland von Berlin und dann der wieder aus Bayern stammende Peter Westner.


Dreifacher Grund zur Freude in Norcia/Nursia

30. Mai 2024

Das Photo zeigt den Gründer und bisherigen Prior Folsom bei der Ablegung des Gehorsamsversprechens vor seinem Nachfolger Nivakoff
Gründungsprior Folsom beim Gehorsamsversprechen vor Abt Nivakoff.

Dreifachen Grund zur Freude haben in diesen Tagen die Mönche des Benedikti­nerklosters von Norcia - der Heimatstadt des hl. Benedikt: Sie können das 25-jährige Bestehen ihrer Gemeinschaft feiern; sie haben den nach dem Erdbe­ben von 2016 erforderlich gewordenen Neubau von Kirche, Kloster und Brauerei weitgehend abgeschlossen; und durch Dekret des Genralabtes wurde der als Nachfolger des Gründungs-Priors Folsom gewählte Vorsteher der Mönchsgemeinde zum Abt erhoben. Jetzt gibt es in Norcia wieder eine Benediktinerabtei!


Nach Chartres: Die Verderber der Liturgie
in Rom sind beunruhigt

28. Mai 2024

Gruppen französischer Pfadfinder und Pfadfinderinnen mit ihren traditionellen Fahnen
Solche Bilder sieht man in Rom gar nicht gerne

Die Berichte, Bilder und vor allem die Videos vom feier­lichen Pontifikalamt zum Abschluß der Wallfahrt Paris-Chartres sind in Rom gar nicht gut angekommen. Im Hause des Liturgie-Obmanns Arthur Roche, um den es in letzter Zeit etwas ruhiger geworden war, und im Umfeld von Andrea Grillo, dem Gralshüter von Liturgie-Umstürzler Bugnini, herrscht – wenn man den aus Rom an unser Ohr dringenden Geräuschen trauen darf – große Aufregung.

Und nun wird wieder einmal hinter mehr oder weniger vorgehaltener Hand darüber nachgedacht, welche Schrauben man noch anziehen kann, um die verstockten Tradis zur Aufgabe zu zwingen oder aus der Kirche zu treiben: „Geht doch nach drüben“.


Wie der hl. Beda den Computer erfand
und die Steine zum Reden brachte

27. Mai 2024

Das Bild zeigt eine Manuskriptseite in frühmittelalterlicher Uzial-Schrift und einer dekorativen Initiale.
Initial-geschmückte Seite aus Bedas Historia

Nach dem überlieferten Martyrologium Romanum ist der 27. Mai Gedenktag des Hl. Beda von Wearmouth (672 – 735), der seit alters her den Beinamen „Vene­ra­bilis“, d. h. „Der Ehrwürdige“ führt. Nach den aktuellen Ausgaben des Martyro­logium fällt der Gedenktag auf den 25. Mai; andere Quellen datieren diesen „Geburtstag für den Himmel“ (Todestag) auf den 26. Mai.

Die Umrechnung von Daten aus früh­mittelalterlicher Zeit auf den heutigen Kalender ist nicht immer ohne Schwie­rig­keiten möglich. Beda gehört zu den ersten Geschichtsschreibern des Abend­landes, die sich mit dieser Wissenschaft (damals nannte man das „computus“) beschäftigt haben - und es hat einen leicht ironischen Unterton, wenn ausgerechnet am Beispiel von Bedas Lebensdaten sichtbar wird, daß einige dieser Schwierigkeiten bis auf den heutigen Tag nicht gelöst werden konnten.

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