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Dom Gueranger zum Aschermittwoch

Es beginnt ein langes Zitat(Die Kirche) eröffnet mit dem heutigen Tag die heilige Zeit, indem sie die Stirne ihrer Kinder mit Asche bezeichnet, und einem jeden die schrecklichen Worte des Herrn wiederholt, die uns dem Tode weihen. Aber der Gebrauch der Asche als Symbol der Demuth und der Buße ist schon viel älter. Wir finden denselben bereits im Alten Bunde, ja selbst im Heidenthum. Schon Job bestreute sein von der Hand Gottes geschlagenes Fleisch mit Asche und flehte die Barmherzigkeit des Herrn an (Job 16,16); das ist jetzt länger als 4000 Jahre.Später mengte der königliche Prophet in der glühenden Zerknirschung seines Herzens Asche unter das bittere Brod, das er aß (Ps. 101,10), und ähnliche Beispiele finden sich noch manche sowohl in den historischen wie in den prophetischen Büchern des Alten Testaments. Man fühlte unwillkürlich die Ähnlichkeit zwischen den Staubresten eines Gegenstandes, den die Flamme verzehrt hat, und einem sündigen Menschen, dessen Körper unter dem Feuer der göttlichen Gerechtigkeit zu Staub zerfällt. Um doch die Seele vor der rächenden Flamme des Himmels zu retten, eilte der Sünder zur Asche; in der Erkenntniß, daß er ihr gleiche, fühlte er ein Schutzmittel vor dem Zorne dessen, der den Stolzen widersteht und den Demüthigen gnädig ist.

Ursprünglich wurden am Aschermittwoch nicht alle Gläubigen mit Asche bezeichnet; es gab vielmehr gewisse Sünden, für welche die Kirche eine öffentliche Buße verhängte, und nur solche Sünder erhielten die Asche.

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Das Opfer des Abraham

Der theologische Stellenwert und Gehalt des Sonntags Quinquagesima in der überlieferten Liturgie erschließt sich vor allem im Blick auf das Stundengebet, mit der Lesung aus der Genesis über die Berufung des Abraham in der Matutin. Dom Gueranger bietet dazu die folgende Darstellung – sie ist von höchster Bedeutung für das traditionelle Selbstverständnis der Kirche:

Die Berufung Abrahams bildet den Gegenstand, den die Kirche unseren Betrachtungen heute vorstellt. Als die Wasser der Sündfluth sich verlaufen und das Menschengeschlecht von Neuem sich ausgebreitet hatte, da begann wiederum jene Verderbtheit der Sitten, welche die rächende göttliche Vergeltung über das Geschlecht herabgerufen, und der Götzendienst, eine eigene Art der Auflehnung gegen Gott, welche man in vorsündfluthlichen Zeiten nicht gekannt, kam noch der immer wachsenden Unsittlichkeit zur Hilfe. Der Herr, welcher in seiner göttlichen Fürsehung vorher wußte, daß der Niedergang der Völker unter solchen Umständen unaufhaltsam sei, beschloß, ein Volk auszuwählen, das ihm besonders ergeben sei und in dessen Schoß die heiligen Wahrheiten erhalten würden, welche bei den Heiden zu Grunde gehen mußten. Dieses neue Volk sollte mit einem eigenen Stammvater beginnen, einem Vorbilde und Muster der Gläubigen. Abraham, ein Mann voll des Glaubens und Gehorsams gegen den Herrn, war berufen, dieser Stammvater der Kinder Gottes zu werden, und zu seiner geistigen Nachkommenschaft, deren Stammesoberhaupt er ist, gehören alle Auserwählten, sowohl des alten Bundes, wie auch der christlichen Kirche, bis ans Ende der Zeiten.

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Warum es keine moderne Liturgie geben kann

Die übliche Begründung für liturgische Reformen beruht auf einer Denkfigur folgenden Musters: Liturgie und Kultur stehen historisch in einem engen Verhältnis und haben sich gegenseitig beeinflusst und geformt. Wenn also die Kultur sich wandelt, ist es unvermeidlich, daß auch die Liturgie Veränderungen durchmacht, um weiter dem Verständnis und dem Denkhorizont der Menschen zu entsprechen. Dem stellt der junge amerikanische Philosoph und Theologe Carl Wolk auf  dem Blog onepeterfive seine überaus ernst zu nehmenden Überlegungen entgegen, die in ihrer Radikalität letztlich auch die entscheidende Antwort auf die seit fast hundert Jahren diskutierte Frage geben: „Ist der moderne Mensch liturgiefähig?. Kleine Lesehilfe: Wo Wolk von „Natur“ und „natürlich spricht, meint er nicht die Natur als Gegenstand von Science, sondern im Sinne der traditionellen Theologie die letztlich von Gott gegebene natürliche Ordnung der Dinge. Doch nun zu seinem Text, den wir nur an zwei Stellen um hoffentlich entbehrliche denkhistorische Exkurse gekürzt haben.

Es beginnt ein langes ZitatIch behaupte, die Kultur hat sich nicht gewandelt; die Kultur ist zerstört worden. Wenn die frühere Kultur sich lediglich in eine andere Kultur transformiert hätte, hätte ich nichts gegen besonnene kleinere Inkulturationen einzuwenden. So ist es ja auch die ganze Geschichte hindurch gewesen. Aber Kultur im eigentlichen Sinne ist verschwunden, nur ein Leichnam ist übrig geblieben. Die Moderne bietet uns einfach nichts, das für die Liturgie brauchbar sein könnte. (…)

Plato könnte Christus angenommen oder abgelehnt haben – wir wissen es nicht. Aristoteles wäre vielleicht, nachdem er das Evangelium gehört hätte, Mönch geworden – wir wissen es nicht. Homer wäre vielleicht ein Bischof geworden, hätte er zur Zeit Christi gelebt – es gibt für uns keine Möglichkeit, das zu wissen. Aber wir wissen um die Begründer der Moderne. Sie standen in direktem Gegensatz zum Glauben, sie sind aus Irrlehre und Schisma hervorgegangen. Wir können die Altvorderen kritisch untersuchen und finden dabei Schätze von Gold und Silber, die es wert sind, gehoben zu werden, denn wir wissen, daß zumindest Teile ihrer Kultur in der Theorie offen gegenüber dem Glauben gewesen wären. An die Modernen können wir nicht in dieser Weise herangehen um nach hebenswertem Gold oder Silber zu schürfen, weil die Ursprünge der Moderne im Widerspruch zur Wahrheit des Glaubens liegen.

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Reformen der Formlosigkeit

Zur Verleihung des Palliums an die Erzbischöfe und Metropoliten, auf deren eigenhändige Vornahme in Rom Papst Franziskus  jetzt für seine Person und Amtszeit verzichtet hat, schreibt Ulrich Nersinger in seinem Standardwerk über die „Liturgien und Zeremonien am päpstlichen Hof“:

Alle Metropoliten sind durch das Kirchenrecht verpflichtet, unmittelbar nach ihrer Bestätigung oder Ernennung in einem Konsistorium um das Pallium anzusuchen (CIC 1917, Can. 275; CIC 1983, Can. 437). Die Übergabe des Palliums geschieht für gewöhnlich am Hochfest der heiligen Apostelfürsten Petrus und Paulus in der Petersbasilika. Der Papst verleiht es persönlich oder durch den rangältesten Kardinaldiakon. Das Pallium wurde mit den Worten aufgelegt: „Zu Ehren des allmächtigen Gottes, der seligen, allzeit reinen Jungfrau Maria, der heiligen Apostel Petrus und Paulus, der heiligen römischen und Dir anvertrauten Kirche übergeben wir Dir das vom Leibe des heiligen Petrus genommene Pallium, in welchem die Fülle des bischöflichen Amtes liegt, zugleich mit dem Titel Patriarch (oder Erzbischof), auf daß Du es innerhalb Deiner Kirche an den in den Privilegien des Apostolischen Stuhles bestimmten Tagen gebrauchen mögest. Im Namen des Vaters, des Sohnes, und des Heiligen Geistes. Amen.“ Mit Inkrafttreten des Motu Proprio Inter Eximia vom 11. Mai 1978 strich man jedoch aus dieser Formel des Pontificale Romanum die Bezeichnung 'Patriarch'.“

Ulrich Nersinger, „Liturgien und Zeremonien am päpstlichen Hof“, Bonn 2010, Bd. I, S. 284 f. 

Kinder, Reichtum und Tradition

Reisen mit dem Flugzeug sind gefährlich: Sie bergen stets das Risiko, abzustürzen. Wir bleiben daher am Boden und zitieren zum oben nur angedeuteten Thema aus den Psalmen, die freilich auf das ehrwürdige Alter von an die 3000 Jahren zurückblicken können.

(126, Ein Stufengesang Salomos)
Wenn der Herr das Haus nicht baut,
so arbeiten die Bauleute umsonst,
wenn der Herr die Stadt nicht behütet,
so wacht der Hüter umsonst.
Vergeblich steht ihr vor Tage auf;
stehet immer auf, nachdem ihr nur geruhet habt,
die ihr esst das Brot der Schmerzen,
während er im Schlaf gibt seinen Geliebten.
Siehe, da erben sie Kinder von dem Herrn,
ihr Lohn ist Leibesfrucht.
Wie Pfeile in der Hand eines Starken,
so sind die Söhne der Jugend.
Glückselig der Mann,
der an ihnen sein Verlangen erfüllt sieht;
er wird nicht zuschanden,
wenn er mit seinen Feinden im Tor redet.

(127, Ein Stufengesang) Glückselig alle, die den Herrn fürchten,
die Wandeln auf seinen Wegen.
Denn von der Arbeit deiner Hände wirst du essen.
Heil dir, es wird die gut gehen.
Dein Weib ist wie ein fruchtbarer Weinstock an den Wänden deines Hauses,
deine Kinder wie Ölbaumschößlinge um deinen Tisch her.
Siehe, also wird der Mann gesegnet, der den Herrn fürchtet!
Der Herr segne dich aus Sion,
und lasse dich sehen das Glück Jerusalems
alle Tage deines Lebens;
und lasse dich sehen die Kinder deiner Kinder,
und Frieden über Israel.

Weitere Kommentare zum aktuellen Flugzeugunglück finden sich hier von dem unermüdlichen Vorsitzenden der englischen Latin Mass Society Joseph Shaw, von dem weitere Abstürze befürchtenden Beobachter im Cicero, Alexander Kissler, von dem unerschrockenen evangelikalen Bibelleser Barry Gritters und nicht zuletzt von dem in seiner Ehre zutiefst gekränkten Vorsitzenden deutscher Kaninchenzüchter, Erwin Leowsky.

Bei der Psalmenübersetzung folgen wir weitgehend J.F.Allioli.

Unterkategorien

  • Stationskirchen

    Die römischen Stationskirchen

    Kupferstich von Giusepppe Lauro aus dem Jahr 1599

    In der Fastenzeit 2013 haben wir zu jedem Tag die entsprechende Stationskirche kurz vorgestellt. Damit sind zwar alle gegenwärtigen Stationskirchen erfasst, aber nicht alle Tage mit einer Statio, von denen es auch etliche außerhalb der Fastenzeit gibt.

    Bei der Vorstellung der Stationskirchen orientierten wir uns im wesentlichen an „Die Stationskirchen des Missale Romanum“ von Johann Peter Kirch, Freiburg 1926. Zu Ergänzungen haben wir Hartmann Grisar „Das Missale im Licht römischer Stadtgeschichte“, Freiburg 1925, und Anton de Waals „Roma Sacra - Die ewige Stadt“ von 1905 in der Überarbeitung Johann Peter Kirchs von 1925 (Regensburg 1933) herangezogen. Daneben haben wir auch auf Informationen aus Internetquellen zurückgegriffen. Die Illustrationen stammen, soweit nicht anders angegeben, von eigenen Aufnahmen.

    Wie der gegenwertige Nachfolger de Waals und Kirchs als Direktor des römischen Instituts der Görres-Gesellschaft, Prof. Msgr. Stefan Heid, uns mitteilte ist diese älter Literatur insbesondere in Sachen der Datierungen vielfach überholt. Nach seinen Untersuchungen geht die Institution der Stationes nicht wesentlich vor die Zeit Gregors d. Großen zurück. Was natürlich nicht bedeutet, daß die Stationskirchen bzw. deren Vorgängerbauten nicht wesentlich älter sein können.

Zusätzliche Informationen