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Hl. Ignatius, bitte für uns

Bild: Wikimedia - gemeinfreiUnter den vielen Eroberer-Moscheen in Europa verdient diese in ganz besonderem Maß die Sorge und auch den Ab-Scheu der verbliebenen Restkatholiken auf dem Kontinent: Die Fatih-Moschee in der prominenten Rozengracht im Zentrum von Amsterdam – das ist die ehedem dem hl. Ignatius geweihte Jesuitenkirche der Stadt. Die Kirche, wiewohl erst 1929 im typischen Stil der Zeit erbaut, weist auf eine rühmenswerte Vergangenheit des Jesuitenordens zurück: Bauherr war die Vereinigung „De Zaaier“ - das war der Name eines nahegelegenen Hauses, in dem die Jesuiten im 17. Jahrhundert, als die Kirche in den calvinistisch beherrschten Niederlanden verboten war und oft blutig verfolgt wurde, eine „Untergrundkirche“ betreuten hatten – die übrigens nicht irgendwo unten, sondern oben im Dachboden eingerichtet war.

Die Jesuitenkirche in der Rozengracht nimmt die Länge eines ganzen Straßenblocks ein und bot in der ursprünglichen Ausstattung Platz für 600 Gläubige, die mächtigen Türme an der Rozengracht sind über 40 m hoch. Im Zeichen des nachkonziliaren Neuen Frühlings, in dem die Katholiken in den Niederlanden sich nicht zuletzt unter tätiger Mithilfe der Jesuiten nahezu selbst ausgelöscht hatten, wurde die Kirche 1971 geschlossen. Sie ging 1974 an eine „Teppich- und Musikhalle“, was auch immer man sich darunter vorstellen soll, und wurde wenige Jahre später von der offenbar über erhebliche Mittel verfügenden und auch staatlich geförderten Stiftung ‚Fatih Amsterdam‘ übernommen und zur Moschee umgewandelt.

Bild: Wikimedia, gemeinfrei

Die neuen Eigentümer konnten am unter Denkmalschutz stehenden Äußeren des Baues über die Entfernung bzw. Ersetzung der Kreuze durch den Halbmond hinaus wenig verändern. Umso eingreifender waren die Umbauten im Inneren. Der Raum wurde durch eine Zwischendecke fast in Höhe der Säulenkapitelle horizontal geteilt. Unten wurde der Betraum der Frauen und andere Sozialräume eingerichtet, oben die eigentliche Moschee. Dazu wurde der Raum entgegen der ursprünglichen Richtung „umgedreht“.

 

Die Moschee weist jetzt also ungefähr nach Süden. Die Gebetsnische liegt über dem früheren Haupteingang und der Zugang erfolgt über ein neu eingezogenes Treppenhaus.

Hl. Johannes d. Täufer, bitte für uns

Bild: Bertramz, Wikimedia, CC BY-SA 3.0Die Johanneskirche von Barhal gehört zu den Überresten des georgischen Königreichs Klardschetien, das vom 9. bis zum 16. Jahrhundert die heute größtenteils zur Osttürkei gehörenden Bergregionen Kilikiens berherrschte. Nach den architektonischen Befunden zu urteilen, war die Region während des christlichen Mittelalters hoch entwickelt und von einer reichen Kultur geprägt. Im Anschluss an die islamische Eroberung und Ausplünderung versank das Land im Elend und gehört heute zu den ärmsten und in der Entwicklung am meisten zurückgebliebenen Landstrichen Ostanatoliens. Die meisten ehemaligen Kirchen und Klöster des Landes sind seit langem  zerfallen. Zu den wenigen, die heute noch als viel zu große Moscheen einer zahlenmäßig kleinen Dorfbevölkerung (2010 hatte Barhal knapp 500 Einwohner) genutzt werden, gehört die Johanneskirche des Klosters von Barhal.

Die Johanneskirche war im Jahr 973 eingeweiht worden und bildete das Zentrum einer größeren Klosteranlage, von der heute nichts mehr erhalten ist. Das Territorium fiel um 1580 unter osmanische Herrschaft, die Kirchen wurden zu Moscheen umgewandelt oder zerstört. Die Johanneskirche blieb nach Abriss von Nebengebäuden und Eingangshallen im Wesentlichen erhalten und wird heute noch offiziell als Moschee geführt, aber wohl kaum genutzt.

Hl. Nikolaus, bitte für uns

Bild: Chris06 in Wikimedia, CC-BY-SA 4.0In Kirchen und Gemeinden der überlieferten Liturgie wurde am gestrigen Sonntag die „äußere Feier“ des Rosenkranzfestes begangen. Dieses Fest, das ursprünglich am ersten Sonntag im Oktober gefeiert wurde, ist eines der Marienfeste, mit denen die Kirche der Gottesmutter für ihre Hilfe im Abwehrkampfgegen Sultane und Seeräuber, Kalifen und Kopfabschneider aus den vom Islam beherrschten Gebieten rund um das Mittelmeer dankte. Konkreter Anlass für die Stiftung des Festes durch Papst Pius V. war der Sieg der christlichen Flotten über die zahlenmäßig weit überlegene Armada der Osmanen bei Lepanto im Jahr 1571, dessen Jahrestag wir am 4. Oktober begehen.

Wie wir nicht erst seit heute wissen, war dieser Sieg samt der nachfolgenden Abwehr der zweiten türkischen Belagerung von Wien 1716 keinesfalls das Ende ders mohamedanischen Ausgreifens auf Europa, das in der Gegenwart unter wohlwollender Förderung staatlicher, aber auch staatskirchlicher Stellen in ein neues Stadium tritt. Wir nehmen das zum Anlass, in dieser Woche an einige der zahlreichen Kirchen zu erinnern, die der Islam in seinem Machtbereich entweiht und in Moscheen umgewandelt hat.

An den Anfang stellen wir die ehmalige St.. Nikolaus-Kathedrale in Famagusta – der Hafenstadt im seit 1974 völkerrechtswidrig von der Türkei besetzten Nordteils der Republik Zypern. Die 1298 errichtete Kathedrale selbst wurde allerdings bereits 1571 im Zuge einer früheren Eroberung entweiht und zu Ehren des siegreichen türkischen Feldherrn in Lala-Mustafa-Pascha-Moschee umbenannt.

Ob dort heute ebenso wie in Deutschland im Zeichen der Taqiah ein "Tag der offenen Moschee" begangen wird, war nicht zu eruieren.

Hl. Erzengel Michael

Gemälde von Luca Giordano, WikimediaDer 29. September ist seit alters her Festtag des hl. Erzengels Michael, der an diesem Tag im Jahre 493 den Bewohnern von Siponto erschienen sein soll. Fr. Zuhlsdorf berichtete dieser Tage über Versuche, die verschiedenen  Orte von aus der Geschichte berichteten Erscheinungen des Erzengels mit einer geraden Linie zu verbinden und zeigt in diesem Zusammenhang eine erstaunliche Karte, ohne sich in Spekulationen über den tieferen Sinn der Sache einzulassen - woran er sicher gut tut. 

Im vergangenen Jahr zitierte Summorum Pontificum zum Festtag aus einer Predigt des hl. Papstes Gregor über die Engel - einer eher nüchternn systematischen Ausführung. Daher als Gegengewicht im weiten Rahmen katholischer Spannweite in diesem Jahr eine Passage aus dem "Großen Leben Jesu" des Kapuziners Martin von Cochem, das in Wirklichkeit eine Universalgeschichte der Welt aus der frommen Perspektive der Barockzeit darstellt. Wir gehen mitten in die Erzählung von der Austreibung der gefallenen Engel durch St. Michael aus dem Himmel, die im zeittypischen Gewande des 17. Jahrhunderts  vieles enthält, das auch heute von bestürzender Aktualität ist.

Luzifer mit seinen Engeln ließ es nicht dabei, daß er sich Gott nicht wollte unterwerfen, sondern da er sah, daß Gott höher und vortrefflicher war als er, da entstand in ihm eine Mißgunst gegen Gott, und eine Begierde, über ihm zu sein. Ist das nicht eine teufliche Mißgunst, die mit keinen Worten genugsam zu beschreiben ist? Gleichwohl folgen ihm hierin viele Menschen nach, wenn sie nicht können leiden, daß andere etwas mehr haben, oder daß es anderen besser geht als ihnen. Also folgen sie hierin dem Bösen Feind nach und werden auch des Lohnes, so er empfangen, teilhaftig werden.

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Schlacht und Massaker von Nikopol

Der Islam gegen Europa II

Aus der Handschrift des Ludwig v. Brügge, 1470. Quelle Wikimedia, gemeinfreiIn diese Woche fällt der 610. Jahrestag der Schlacht von Nikopolis, in der eine fälschlicherweise gerne als „Kreuzfahrer-Heer“ bezeichnete christliche Armee eine schwere Niederlage gegen die türkischen Eroberer des Balkans erlitt.

Mit der zunehmenden Schwächung des byzantinischen Kaiserreiches war es den Osmanen in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts gelungen, einen bedeutenden Teil des bereits seit längerem moslemisch beherrschten Territoriums im Nordwesten der heutigen Türkei an sich zu bringen. Unter Umgehung von Byzanz griffen sie dann in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts auf den Balkan über und unterwarfen sich weite Teile Bulgariens, Serbiens, Mazedoniens und Siebenbürgens. Im Sommer 1396 unternahmen sie mit an die hundert Schiffen auf der Donau einen Vorstoß bis nach Buda, der allerdings eher ein „gewöhnlicher“ Raubzug war und keinen Geländegewinn einbrachte. Gleichzeitig machte sich ein auf Ersuchen des ungarischen Königs gesammeltes Heer christlicher Staaten auf den Weg zur bulgarischen Donau, um die eindringenden Osmanen zurückzuwerfen. Dort, bei Nikopolis, dem kam es in der Woche vom 25. bis zum 28. September 1396 zur Schlacht, die mit einer schweren Niederlage der christlichen Armeen endete. Der Sultan ließ nach dem üblichen Verfahren den Großteil der mehrere Tausend in Gefangenschaft geratenen Kämpfer köpfen, lediglich einige „wertvolle“ Adlige wurden verschont, um Lösegelder zu erpressen.

Auch hier sind die Einzelheiten des Schlachtverlaufs nur von geringem Interesse sie sind gekennzeichnet von den üblichen Eifersüchteleien und Rivalitäten auf christlicher Seite und von der Tatsache, daß ausgerechnet die erst vor kurzem den Osmanen tributpflichtig gewordenen orthodoxen Serben, die auf türkischer Seite kämpften, eine entscheidende Rolle für den Sieg des Sultans spielten.

Trotz des Sieges auf dem Schlachtfeld war Nikopolis auch für die Osmanen kein Erfolg. Sie wurden in den folgenden Jahren im Osten ihres Reiches von den ebenfalls mohamedanischen Mongolen Tamerlans schwer bedrängt und konnten auch später zwar ihre Einflusszone noch durch Vasallenstaaten in der Walachei und Moldau ausweiten, das eigentliche Territorium aber nie mehr über die Donau hinaus ausbreiten. Was sie nicht daran hinderte, es über die folgenden Jahrhunderte hin immer wieder mit Vorstößen auf Budapest und Wien zu versuchen.

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  • Stationskirchen

    Die römischen Stationskirchen

    Kupferstich von Giusepppe Lauro aus dem Jahr 1599

    In der Fastenzeit 2013 haben wir zu jedem Tag die entsprechende Stationskirche kurz vorgestellt. Damit sind zwar alle gegenwärtigen Stationskirchen erfasst, aber nicht alle Tage mit einer Statio, von denen es auch etliche außerhalb der Fastenzeit gibt.

    Bei der Vorstellung der Stationskirchen orientierten wir uns im wesentlichen an „Die Stationskirchen des Missale Romanum“ von Johann Peter Kirch, Freiburg 1926. Zu Ergänzungen haben wir Hartmann Grisar „Das Missale im Licht römischer Stadtgeschichte“, Freiburg 1925, und Anton de Waals „Roma Sacra - Die ewige Stadt“ von 1905 in der Überarbeitung Johann Peter Kirchs von 1925 (Regensburg 1933) herangezogen. Daneben haben wir auch auf Informationen aus Internetquellen zurückgegriffen. Die Illustrationen stammen, soweit nicht anders angegeben, von eigenen Aufnahmen.

    Wie der gegenwertige Nachfolger de Waals und Kirchs als Direktor des römischen Instituts der Görres-Gesellschaft, Prof. Msgr. Stefan Heid, uns mitteilte ist diese älter Literatur insbesondere in Sachen der Datierungen vielfach überholt. Nach seinen Untersuchungen geht die Institution der Stationes nicht wesentlich vor die Zeit Gregors d. Großen zurück. Was natürlich nicht bedeutet, daß die Stationskirchen bzw. deren Vorgängerbauten nicht wesentlich älter sein können.

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